Für alle die es noch nicht wissen, Petra bedeutet der Fels bzw. Stein. Da heute morgen ein heftiger Sturm mit viel Staubverwehung eingesetzt hat, haben wir heute keine Wanderung im Freien vor.
Die Welt versinkt im Grau des Sandsturms
Stattdessen besuchen wir das Zuhl Museum. Dort erwartet uns eine überragende Ausstellung versteinerter Baumstämme und anderer Fossilien. Die Schnitte durch die Versteinerungen sind poliert, so dass man auch noch feinste Strukturen erkennen kann.
Versteinerte Palme
Versteinerte Pinienzapfen
geschliffenes versteinertes Holz
Versteinerter Baumfarn
geschliffenes versteinertes Holz
Dieses geschliffene versteinerte Holz erinnert an einen historischen Stadtplan
Versteinerter Ammonit
Versteinerter Krebs
Die Versteinerungen entstehen, wenn die Baumstämme ohne Sauerstoff in silikathaltigen Schlamm fallen. In dem nachfolgenden Prozess werden die organischen Substanzen durch die Mineralien ersetzt. Das Silikat ist normalerweise farblos. Die vielen Farben entstehen durch Verunreinigungen mit anderen Mineralien. So entstehen wundervolle Strukturen, die wir hier bewundern können.
Mittlerweile hat der Wind auf satte Sturmstärke aufgefrischt und wir besuchen nach dem Mittag ‚Old Mesilla‘ und bummeln, nein fliegen, von einem Shop zum nächsten. Dabei fühlen wir uns wie in einem alten Western. Es ist kaum jemand auf der Straße und die Schilder über den Shops quietschen im Wind.
Besichtigung einer Kunstinstallation in den Bergen
Best-Buy Verkäufer auf die Nerven gehen
Frische Luft um die Nase wehen lassen
Die Dona Ana Berge in der Chihuahua Wüste
Damit sind wir den ganzen Tag ausgebucht. Unsere Freundin hat in den Bergen bei Las Cruces in einem privaten Park des Asombro Instituts eine Kunstinstallation, die wir uns natürlich anschauen wollen.
Da sie morgens noch einen Termin in der Schule der Tochter hat, werden wir im wahrsten Sinn des Wortes schnell zum Park gebracht. Wir fliegen förmlich über die ungeteerte Piste. Es ist angenehm kühl morgens, ein leichter Morgendunst liegt über dem Tal und wir sind die Einzigen dort. Das Asombro Institut versucht die wissenschaftliche Ausbildung zu unterstützen und betreibt dort einen Lehrpfad zur Geologie und den dortigen Pflanzen.
Ein Teil der Kunstinstallation
Leider hat die Installation aus Keramik Schaden genommen. Wir sammeln die Bruchstücke ein, damit unsere Freundin sie später reparieren kann.
Nachdem wir wieder abgeholt worden sind und unsere Sachen für eine längere Wanderung geholt haben, besuchen wir noch einmal den Verkäufer. Auch er muss einige Zeit herumdoktern bis es endlich klappt – war eben doch nicht ganz so einfach.
Eine Schokoladenblume
Kolibri an der Futterstelle
2 Finken an der Futterstelle
Mohn
Zum Wandern fahren wir in den ‚Franklin Mountains State Park‘, der bereits in Texas liegt. Wir haben allerdings nicht vor zu klettern, was andere sonst gerne tun. Auch hier gibt es einen sogenannten ‚Naturtrail‘, auf dem Vögel aus einem Unterstand an diversen Futterstationen beobachtet werden können und natürlich viele Kakteen zu bewundern sind.
Entlang der Interstate (einer Autobahn) reihen sich kilometerlang die Rinderfarmen aneinander. Eine Farmerin erlaubt mir, auf ihrer Farm zu fotografieren.
Den Abend verbringen wir bei Freunden, die aus Berlin stammen und sich hier ein wunderbares Heim mit großen Panoramafenstern und einem traumhaften Ausblick über die Stadt geschaffen haben. Petra hatte versprochen, der Freundin beizubringen, wie man Vollkornbrot backt. Mehl ist noch genügend vorhanden. Die kleinste Packungsgröße waren 5 Pfund gewesen! Abends auf der Terrasse kommen aus dem Dach komische Geräusche. Hier wohnen nicht nur Menschen, sondern auch eine Eulenfamilie.
Unser gemeinsam gebackenes Brot
Auf dem Rückweg läuft uns noch ein Koyote vor das Auto, den wir nur knapp verfehlen.
Nein nein, keine Angst. Der Titel ist nicht im übertragenen Sinne gemeint. Heute waren wir erst einmal einkaufen, da sowohl das Geschenk für die anstehende Hochzeit eine entsprechende Verpackung erfordert, als auch die Telekommunikation sicher gestellt werden soll. Für die nächsten Wochen wollen wir nun unter einer US-Mobilnummer (Prepaid) erreichbar sein.
Beim Warten vor der Bank
Zu Hause in Deutschland hatten wir noch einige Travellerschecks von 1997 gefunden, die wir nun endlich einmal wieder zu Barem machen wollten. Schon das Warten in der Schlange war wunderbar mit einigen interessanten Gesprächen. Der Mann hinter mir war als Airforce-Soldat viel in der Welt herumgekommen und hatte sich nun in NM zur Ruhe gesetzt. Die Travellerschecks waren auch in der Bank prähistorische Stücke. Da ich kein Konto dort habe, musste die Managerin geholt werden und es wurde in angenehmer Atmosphäre eine pragmatische Lösung gefunden. Am Ende hatte ich das Geld ohne Gebühren in der Hand und wir haben uns alle sehr fröhlich verabschiedet.
Klaus bastelt in der Werkstatt
Da Petra bislang bei jedem Besuch bei unseren Freunden Brot gebacken hatte, war klar, dass sie das auch diesmal wieder tun wird. Wir gelten hier als die Brotexperten. Gelegentlich gibt es hier zwar auch besseres Brot zu kaufen, aber nur zu horrenden Preisen.
Abendlicher Spaziergang am Fluss (natürlich ohne Wasser)
So und wie verpackt man nun einen Beitrag zur Hochzeitsreise in die Südsee? Man baut eine Schatzinsel! Dafür benötigt man etwas Pappmaché und Farbe. Aber hier gibt es alles und unsere Freundin als Künstlerin hat eine gut ausgerüstete Werkstatt.
Das Thema Prepaid-Mobile Card entpuppte sich dann doch nicht als so einfach, wie es der Verkäufer behauptet hatte. Die neue Telefonnummer ließ sich, anlegen aber nicht das Guthaben. Da muss der gute Mann wohl noch einmal ran…
Kakteen haben viele Formen
Wer genau hinschaut findet viele kleine Blumen
Nicht nur die Kakteen blühen
Zum Ausklang des Abends haben wir dann noch einmal die Flora und Fauna um das Haus unserer Freunde erkundet und Petra hat Vollkornbrötchen gebacken.
Nach einem sehr ruhigen Flug sind wir gut in Atlanta angekommen. Auch die Immigration mit sehr freundlichem Personal hat gut funktioniert, aber eine halbe Stunde Schlange stehen mussten wir natürlich trotzdem.
In der Flughafen Bahn von Atlanta sind wir ganz allein im Waggon
Der Flug von Atlanta nach El Paso war etwas ruppiger, speziell der Landeanflug auf El Paso war unruhig. Über den Bergen hatten sich ziemlich turbulente Cumulus Wolken aufgebaut.
In Las Cruces angekommen, haben wir erst einmal mit einem langen Spaziergang den Jetlag bekämpft und einige Bilder gemacht. Einige Kakteen sind jetzt am blühen und die Temperatur ist angenehm.
Boah ist das früh: 3:00 Uhr aufstehen, da unser Flieger um 6:00 Uhr nach Amsterdam fliegt.
Landeanflug auf Amsterdam im Morgengrauen. Von unten leuchten die Gewächshäuser.
Alles ist gepackt, ESTAS ist klar und die Boarding Passes gedruckt. Jetzt geht es erst einmal zu unseren Freunden in NM mit zweimal Umsteigen. Danach geht es dann nach CA.
Wir freuen uns darauf, alle einmal wiederzusehen.
….oder wo man mit dem Segelboot nicht so schnell hinkommt