Boarding in Dun Laoghaire und Aufbruch nach Wicklow

Die Glücksburg in Dun Laoghaire
Die Glücksburg in Dun Laoghaire

Die „Glücksburg“ ist bereits im Hafen und die alte Crew hat die Yacht bereits an Skipper und Schiffsassistent (Schassi) übergeben. Für den Rest der Crew gilt, dass wir Sonntag gegen 16:00 Bordzeit an Bord sein sollen.

Ich habe die Möglichkeit mein Pack schon gegen Mittag an Bord zu legen. Wir gehen noch etwas Einkaufen. Der große Versorgungseinkauf soll aber erst am Montag Morgen stattfinden.

Dun Laoghaire ist der Badeort von Dublin. Es gibt die Uferpromenade und in der Innenstadt eine Einkaufszone, wo die Badegäste ihr Geld lassen können. Ich suche mir einen kleinen Falafel-Stand an der Promenade für Lunch und ein Café auch an der Promenade für eine ausgiebige Tasse Tee.

Streitende Vögel in Dun Laoghaire
Streitende Vögel in Dun Laoghaire

Neben den Gästen hauen sich einige Starenvögeln um einen Wassernapf, der eigentlich für die Hunde bestimmt ist, aber die haben hier keine Chance.

Um 16:00 trifft sich dann die gesamte Besatzung im Cockpit. Wir haben eine fröhliche Zusammensetzung aus ganz Deutschland, von denen einige bereits Erfahrung mit Langtörns beim DHH und sogar auf der „Glücksburg“ haben. Wir verteilen uns auf auf die Kojen in den Kabinen und packen unser Zeug in die Schapps.

Der Abend ist natürlich erst einmal für das Kennenlernen gedacht.

Nach einer angenehmen Nacht wartet am Montag nach dem Frühstück einige Arbeit auf die Crew. Es muss für 9 Personen für 2 Wochen eingekauft werden, das Deck muss segelklar gemacht werden und natürlich brauchen wir alle die Sicherheitseinweisung in die Yacht. Danach soll es bereits losgehen, so dass wir bereits den kleinen Hafen Wicklow südlich von Dublin anlaufen können.

Das Einkaufen gestaltet sich als echte Herausforderung. Der Schassi hat eine lange Liste angefertigt, aber diese im örtlichen TESCO in die Tat umzusetzen ist nich ganz einfach, da wir die Organisation des Ladens nicht kennen. Am Ende füllen wir zwei große Karren aus der Marina bis zum Rand mit den Lebensmitteln und bringen sie zum Hafen. Jetzt müssen sie „nur“ noch ihren Platz in den Staufächern der Yacht finden.

Gegen 15:00 ist es vollbracht und wir sind klar zum Auslaufen. Wir fädeln uns aus der Box und müssen zwischen den ganzen Jollenseglern hindurch, die im Vorhafen und davor trainieren.

Skipper und Schassi beim obligatorischen MOB-Manöver
Skipper und Schassi beim obligatorischen MOB-Manöver

Als wir etwas freier sind, machen wir noch die obligatorischen „Mensch über Bord“ Manöver, um den Umgang mit der Yacht zu trainieren. Danach gehen die Segel hoch. Das Großsegel hat mächtig Gewicht, so dass wir die Fallen mit zwei Personen am Mast und zwei Personen an der Winsch bedienen müssen. Als Vorsegel ist die Genua 3 angeschlagen. Eigentlich für diesen Wind etwas wenig, aber wir wollen es am ersten nicht übertreiben.

Leider kommt der Wind aus südlicher Richtung und verläßt uns nach 2 Stunden komplett. So geht es den Rest der Stecke unter Motor und wir laufen bei Sonnenuntergang in Wicklow ein.

An der Pier stehen einige Leute und bestaunen die stattliche Glücksburg. Der Hafen bietet keinen Service, aber statt Hafengeld wird um eine Spende für die örtliche RNLI gebeten.

Diesmal an dieser Stelle ein Abenteuer auf dem Wasser

Wir haben zwar schon viele Seemeilen gemeinsam in verschiedenen Teilen der der Erde und vornehmlich auf der Ostsee zurückgelegt, aber ein richtiger Langtörn mit Nächten auf See war noch nicht dabei. Normalerweise sind wir abends im Hafen oder in einer Ankerbucht.

Bevor ich einen Langtörn eigenverantwortlich mache, möchte ich das erst einmal zusammen mit anderen tun, die so etwas schon häufiger gemacht haben. Im Rahmen meiner Segellehrer Ausbildung habe ich den DHH hier als kompetente Adresse kennengelernt.

Deshalb habe ich mich als Crewmitglied für eine Etappe auf der SY „Glücksburg“ angemeldet. Die Tour soll uns von Dun Laoghaire bei Dublin nach Brest führen. Als Vorbereitung habe ich noch einmal das Buch für den Sportseeschiffer heraus geholt. Die ganzen Tidennavigationsmethoden sind auf der Ostsee dann doch etwas in Vergessenheit geraten.

Heute bin ich morgens in Hannover mit der Bahn aufgebrochen, um meinen Mittagsflug von Hamburg nach Dublin zu bekommen. Alles klappt wie am Schnürchen und am späten Nachmittag stehe ich in der Marina und schaue, wo die „Glücksburg“ liegt.

Für die Nacht habe ich mich im Haddington House direkt an der Uferpromenade einquartiert, da noch die vorherige Crew an Bord ist. Der Abend im Garten des Hotels ist herrlich.

Rückreise von San Luis Obispo / Kalifornien nach Hannover / Deutschland

Sonnenaufgang auf dem Weg nach Phoenix über schneebedeckten Bergen
Sonnenaufgang auf dem Weg nach Phoenix über schneebedeckten Bergen

Für die Rückreise müssen wir ganz früh aufstehen, da unser Flug von San Luis Obispo nach Phoenix bereits um 7:00  Uhr starten soll und wir spätestens um 6:00 Uhr am Flughafen sein müssen. Also klingelt der Wecker um 4:00 Uhr morgens. Sicherheitshalber stellen wir gleich mehrere Wecker. Es ist noch stockfinster. Als wir um 5:00 Uhr losfahren, ist es noch immer komplett dunkel. In der Dunkelheit sind wir vorher noch nicht durch den Fluss gefahren.

Die aufgehende Sonne beleuchtet die Berge unter uns
Die aufgehende Sonne beleuchtet die Berge unter uns

Unsere Anreise zum Flughafen, die Abgabe des Autos und des Gepäcks läuft reibungslos und das Flugzeug startet tatsächlich um 7:00 Uhr Ortszeit Richtung Phoenix. Auf dem Weg können wir den ersten Sonnenaufgang dieses Flugs bewundern und in Phoenix ungewöhnlicherweise sogar Regenwolken.

Morgennebel über einem Flusslauf
Morgennebel über einem Flusslauf

Zu unserem Flug von Phoenix nach Dallas haben wir relativ kurze Umsteigezeit, aber unser Flug ist rechtzeitig da und wir können ohne große Hast das nächste Flugzeug erreichen. Auch unser Gepäck macht seinen Weg. Wir haben in jedem Koffer einen Tag und können die Stücke auf dem Flugplatz verfolgen.

Im Landeanflug durch die Regenwolken in Phoenix. Die grünen Felder sind hier für uns ein ungewohnter Anblick
Im Landeanflug durch die Regenwolken in Phoenix. Die grünen Felder sind hier für uns ein ungewohnter Anblick

In Dallas haben wir etliche Stunden Aufenthalt. Auch der Flug von Dallas nach Frankfurt läuft sehr ruhig und unproblematisch. Über den britischen Inseln gibt es dann den zweiten Sonnenaufgang zu bewundern. Um 8:00 Uhr morgens Ortszeit Frankfurt landen wir. Auch unser Gepäck ist uns ganz artig gefolgt. Über das Wetter in Frankfurt verlieren wir lieber keine Worte…

Warten auf das Einsteigen in Dallas
Warten auf das Einsteigen in Dallas

Für das letzte Stück von Frankfurt nach Hannover nehmen wir die Bahn.

Noch einmal an den Strand

Unser Aufenthalt in Kalifornien neigt sich dem Ende zu und wir wollen mit Raymond noch einmal einen ordentlichen Strandspaziergang unternehmen.

Seeigel mit Seepocken
Seeigel mit Seepocken

Wir fahren also noch einmal zu ihm an den Strand. Bak, der K9-Hund, muss heute zu Hause bleiben, da er nachmittags Dienst hat. Also nehmen wir Copper mit an den Strand. Dieser Strand wird auch von Autos befahren. Für uns ist das immer wieder befremdlich, aber die Autos drängen sich vor allem an der Zufahrt, wo sie, wie auf einem Parkplatz, dicht an dicht stehen.

Raymond erwartet eine anstrengende Nachmittagsschicht, da einige Autos sehr nahe an der Wasserlinie stehen und heute Nachmittag Springhochwasser ist. Da wird wohl einige Male das Abschleppgeschirr zum Einsatz kommen.

Auf dem Rückweg schauen wir noch beim Flughafen vorbei, da wir beim Einchecken per Internet den Abend zuvor nicht erfolgreich waren. Tatsächlich erfahren wir, dass die Airlines bei interkontinentalen Flügen sich die Pässe zeigen lassen müssen. Den Aufwand wollen wir uns morgen früh sparen.

Die lassen wir uns zum Abschied gemeinsam schmecken
Die lassen wir uns zum Abschied gemeinsam schmecken

Den Nachmittag verbringen wir damit, alle unsere Sachen wieder in Koffer und Tasche zu stauen und anschließend noch gemeinsam eine alte Flasche Wein zu trinken.

Shell Creek und Santa Margarita Lake

Heute können wir unseren vorletzten Sonnenaufgang hier in Kalifornien bewundern. Also schnappt sich Petra die Kamera und genießt den schönen kalten Morgen draußen bei all den Tieren.

Heute geht es zum Shell Creek. Man könnte nun natürlich meinen, das es sich um einen Strand handelt. Aber nein, es handelt sich um ein Flussbett in den Bergen. Durch die Hebung der amerikanischen Westküste liegen nun ehemalige Meeresgründe oben in den Bergen und es lassen sich jede Menge Muschelversteinerungen finden.

Im Frühjahr blühen auf den Wiesen viele Blumen. Durch die Hitze verdorrt zum Sommer alles. Es ist also gut, wenn man dieses Naturerlebnis zur richtigen Zeit genießt. Zu den Wochenenden kommen dann viele Bewohner aus der Stadt hier her.

Cope tobt sich aus
Cope tobt sich aus

Heute sind wir ziemlich alleine. Cope darf sich auch wieder austoben und zeigen, was ein portugiesischer Wasserhund ist. Er liebt es, geworfenen Stöcken hinterher in den Bach zu springen, aber apportieren tut er nicht. Also muss man immer einen zweiten Stock bereit haben und diesen werfen, da er dann den ersten wieder fallen lässt.

Diese vier jungen Rinder verlassen ihre Herde, um uns mal näher in Augenschein zu nehmen.
Diese vier jungen Rinder verlassen ihre Herde, um uns mal näher in Augenschein zu nehmen.

Am Shell Creek lebt auch eine Rinderherde. Einige der jungen Rinder sind uns nach unserem Geschmack zu anhänglich und neugierig. Wir müssen sie auf dem Rückweg immer mal wieder verscheuchen. Glücklicherweise reagieren sie darauf.

Von Shell Creek fahren wir noch ein Stück weiter nach Osten, in der Hoffnung ein paar Büffel zu sehen, die hier auf einer weitläufigen Weide leben, aber sie sind von der Straße aus nicht zu sehen. Stattdessen gehen wir auf einer weiteren Wiese spazieren, auf der kleine Orchideen blühen.

Blick vom Wanderweg auf den Santa Margarita Lake, ein Stausee des Salinas River, der der lokalen Trinkwasserversorgung dient.
Blick vom Wanderweg auf den Santa Margarita Lake, ein Stausee des Salinas River, der der lokalen Trinkwasserversorgung dient.

Zum Lunch fahren wir nach Hause und man merkt, dass Cope etwas getan hat – es ist deutlich ruhiger im Auto.

Zwei Truthahngeier im Formationsflug am Santa Margarita Lake
Zwei Truthahngeier im Formationsflug am Santa Margarita Lake

Danach fahren wir zum Santa Margarita Lake. Nachdem wir unseren Eintritt bezahlt haben, fahren wir zu dem Parkplatz wo wir 2019 die Hochzeit gefeiert haben und begeben uns auf eine Wanderung, die zunächst über einen breiten Waldweg geht und dann auf einen schmalen Pfad führt. Zum Schluss sind wir uns nicht mehr so ganz sicher, ob wir richtig sind, da wir durch das Unterholz kriechen müssen. Wir finden aber den Waldweg wieder.

Flechten im Abendlicht
Flechten im Abendlicht