Heute geht es wieder mit dem Ausflugsboot hinaus und zwar in Richtung Île de Quessant. Dafür müssen wir früh aufstehen, da die Abfahrt bereits um 9:30 Uhr ist und man eine viertel Stunde vor Abfahrt am Boot sein soll. Heute soll die Fahrt etwa 5,5 Stunden dauern und wir haben uns für an Bord ein Lunchpaket mit gebucht.
Es ist wieder das gleiche Boot mit gleicher Crew wie gestern und wir begeben uns gleich auf unsere Lieblingsplätze auf dem Vorschiff. Die Ausfahrt geht an der nördlichen Seite der Goulet vorbei an den bereits bekannten Leuchttürmen und Festungen, dem Phare du Portzic, dem Fort du Mengant, dem Phare du Petite Minou hinaus bis zum Phare de Saint Mathieu.
Ab dem Phare du Portzic haben wir kräftigen auslaufenden Ebbstrom mit ordentlich Wind aus SW gegenan, also baut sich eine kurze steile See auf. Wir ziehen uns vorsichtshalber hinter die Spritzschutzscheibe zurück. Allerdings ist unsere Sorge unberechtigt. Das Ausflugsboot setzt zwar in die steile See ein, aber die Gischt geht zur Seite weg und alles auf dem Vorschiff bleibt trocken.
Vom Phare de Saint Mathieu hält der Skipper südlich an der Île de Beniguet, einem strengen Naturschutzgebiet mit Anlandeverbot zum Leuchturm auf der Pierres Noires. Hier drosseln wir die Fahrt und können einige Kegelrobben auf den Felsen beobachten. Klar werden auch wir beäugt.
Nun geht es zur Durchfahrt zwischen der Île de Quemenès und Île de Litiri. Die Île de Quemenes wird von einer Familie bewirtschaftet und baut in dieser Umgebung Kartoffeln an. Ansonsten ist die Durchfahrt von Sportbootfahrern beliebt, die vor der Île de Litiri zum Baden vor Anker gehen. An der flachsten Stelle haben wir laut Skipper nur noch wenig Wasser unter dem Kiel. Bei Springniedrigwasser sollen hier laut Seekarte nur 10cm Wasser stehen, aber der Skipper kennt sich aus und bringt uns ohne Grundberührung durch.
Auf der Nordseite können wir einem Algenfischer bei der Arbeit zusehen. Dieser zieht einen Rechen mit Schneiden durch das Kelb und dann die langen Kelbblätter auf seine Ladefläche. Das Kelb wird als Gemüse in frischer bzw. getrockneter Form verwendet oder getrocknet und zu Düngepulver zermahlen. Hoffentlich lassen die Fischer noch genug übrig, da es auch die Kinderstube für viele Wasserlebewesen ist.
Danach geht es zurück durch die Basse de Penser zurück zum Hafen von Le Conquet, wo wir aber nicht anlegen. Der Skipper will uns die starke Flutströmung zeigen, die hier an den Felsen entlang rauscht. Die Segler nutzen den enormen auflaufenden Strom Richtung Norden durch die Basse de Penser.
Das Ausflugsboot fährt weiter dicht unter der Küste gegen den Strom zum Phare de Saint Mathieu. Dabei nutzt der Skipper sogar die Neerströme in den Buchten. Zurück nach Brest trägt uns dann hinter Fort du Mengant der Flutstrom in die Bucht von Brest. Nach etwa 5 Stunden sind wir wieder zurück an Land und gehen erst einmal zum Ausruhen wieder in unser Appartement.
Zum Abend machen wir noch einen Spaziergang durch den westlichen Teil von Brest hinter dem Rathaus und landen auf einem Friedhof mit Grabfeldern aus erstem und zweitem Weltkrieg. Es gibt hier auch eine Abteilung von deutschen Gräbern aus dem ersten Weltkrieg.























