Ausfahrt mit dem Ausflugsboot Richtung Île de Quessant

Heute geht es wieder mit dem Ausflugsboot hinaus und zwar in Richtung Île de Quessant. Dafür müssen wir früh aufstehen, da die Abfahrt bereits um 9:30 Uhr ist und man eine viertel Stunde vor Abfahrt am Boot sein soll. Heute soll die Fahrt etwa 5,5 Stunden dauern und wir haben uns für an Bord ein Lunchpaket mit gebucht.

Es ist wieder das gleiche Boot mit gleicher Crew wie gestern und wir begeben uns gleich auf unsere Lieblingsplätze auf dem Vorschiff. Die Ausfahrt geht an der nördlichen Seite der Goulet vorbei an den bereits bekannten Leuchttürmen und Festungen, dem Phare du Portzic,  dem Fort du Mengant, dem Phare du Petite Minou hinaus bis zum Phare de Saint Mathieu.

Ab dem Phare du Portzic haben wir kräftigen auslaufenden Ebbstrom mit ordentlich Wind aus SW gegenan, also baut sich eine kurze steile See auf. Wir ziehen uns vorsichtshalber hinter die Spritzschutzscheibe zurück. Allerdings ist unsere Sorge unberechtigt. Das Ausflugsboot setzt zwar in die steile See ein, aber die Gischt geht zur Seite weg und alles auf dem Vorschiff bleibt trocken.

Vom Phare de Saint Mathieu hält der Skipper südlich an der Île de Beniguet, einem strengen Naturschutzgebiet mit Anlandeverbot zum Leuchturm auf der Pierres Noires. Hier drosseln wir die Fahrt und können einige Kegelrobben auf den Felsen beobachten. Klar werden auch wir beäugt.

Nun geht es zur Durchfahrt zwischen der Île de Quemenès und Île de Litiri. Die Île de Quemenes wird von einer Familie bewirtschaftet und baut in dieser Umgebung Kartoffeln an. Ansonsten ist die Durchfahrt von Sportbootfahrern beliebt, die vor der Île de Litiri zum Baden vor Anker gehen. An der flachsten Stelle haben wir laut Skipper nur noch wenig Wasser unter dem Kiel. Bei Springniedrigwasser sollen hier laut Seekarte nur  10cm Wasser stehen, aber der Skipper kennt sich aus und bringt uns ohne Grundberührung durch.

Auf der Nordseite können wir einem Algenfischer bei der Arbeit zusehen. Dieser zieht einen Rechen mit Schneiden durch das Kelb und dann die langen Kelbblätter auf seine Ladefläche. Das Kelb wird als Gemüse in frischer bzw. getrockneter Form verwendet oder getrocknet und zu Düngepulver zermahlen. Hoffentlich lassen die Fischer noch genug übrig, da es auch die Kinderstube für viele Wasserlebewesen ist.

Danach geht es zurück durch die Basse de Penser zurück zum Hafen von Le Conquet, wo wir aber nicht anlegen. Der Skipper will uns die starke Flutströmung zeigen, die hier an den Felsen entlang rauscht. Die Segler nutzen den enormen auflaufenden Strom Richtung Norden durch die Basse de Penser.

Das Ausflugsboot fährt weiter dicht unter der Küste gegen den Strom zum Phare de Saint Mathieu. Dabei nutzt der Skipper sogar die Neerströme in den Buchten. Zurück nach Brest trägt uns dann hinter Fort du Mengant der Flutstrom in die Bucht von Brest. Nach etwa 5 Stunden sind wir wieder zurück an Land und gehen erst einmal zum Ausruhen wieder in unser Appartement.

Zum Abend machen wir noch einen Spaziergang durch den westlichen Teil von Brest hinter dem Rathaus und landen auf einem Friedhof mit Grabfeldern aus erstem und zweitem Weltkrieg. Es gibt hier auch eine Abteilung von deutschen Gräbern aus dem ersten Weltkrieg.

Bootstour nach Camaret sur Mer

Heute geht es nach Camaret sur Mer, ein Ort in dessen Hafen Klaus vor einigen Tagen noch mit der Glücksburg gelegen hat. Hierzu haben wir uns Karten für das Ausflugsboot von Brest besorgt. Wir sollen eine viertel Stunde vor 11:00 Uhr am Anleger sein. Wir sind rechtzeitig da und am Kai warten bereits eine Menge Ausflügler.

Das Boot fährt dicht an der Südkante der Goulet de Brest entlang und wir werden auf die Befestigungen aus allen Jahrhunderten seit Ludwig dem XIV bis zum zweiten Weltkrieg hingewiesen. Nach dem Festmachen in Camaret haben wir bis 15:00 Uhr Zeit den Ort zu erkunden. Wir begeben uns erst einmal zum Yachthafen, der an der Festungsinsel liegt, die mit einem Damm mit dem Festland verbunden ist. Auf der Insel gibt es neben der Festung auch eine Kapelle, die wir besuchen. In der Kapelle befinden sich einige Stiftungen von Fischern, die dem Tod auf See entkommen sind.

Danach streifen wir durch den Ort, aber fast alle Galerien, die auch schon vor einigen Tagen Abends geschlossen hatten, haben zu, diesmal wegen Mittagszeit. Nur die Restaurants und Andenkenläden an der Kaikante haben auf. Zu guter Letzt gönnen wir uns einen Tee in einem Café in Sichtweite des Ausflugsbootes. Fünf Minuten vor 15:00 Uhr gehen wir als letzte an Bord. Die Crew möchte offensichtlich gerne weiter durch den Chenal du Toulinguet vor Camaret. Dort fliesst eine starke Tidenströmung. Als wir in die Bucht dahinter gehen, werden wir von einem Delfin verfolgt. Die Freude bei den Passagieren ist groß und alle stürzen mit Kamera oder Handy bewaffnet auf eine Seite. Zum Glück liegt das Ausflugsboot sehr stabil.

Am  Pointe de Pen-Hir kommt uns die ‚Recouvrance‘ entgegen. Die ‚Recouvrance‘ ist der Nachbau eines Topsegelschoners aus Brest, die heute als „Botschafterin“ von Brest fährt. Auf ihr kann man kurze Tagestörns aber auch dreitägige Touren zu den Inseln vor der Bucht von Brest buchen.

Vom Pointe de Pen-Hir geht es um die Felsen herum hinüber zum Phare du Petite Minou. Das Wetter meint es auch heute wieder sehr gut mit uns. Von dort geht es zurück an der Nordkante der Goulet de Brest. Auch hier sind viele Festungen zu sehen. Der Goulet de Brest ist übrigens 35m tief, so dass er auch mit U-Booten durchtaucht werden könnte. Höchstwahrscheinlich gibt es hier auch eine Unterwasserüberwachung.

Nachdem wir wieder im Hafen von Brest sind, genehmigen wir uns in unserer Unterkunft eine Teatime mit bretonischem Kuchen auf dem Balkon. In den letzten Tagen fiel uns immer wieder ein Geruch nach Bohnen auf. Beim Brainstorming finden wir heraus, was bzw. wer für den Geruch im Hafen verantwortlich ist. Es ist die Firma Bunger, die im Hafen eine Soja-Mühle und -Presse betreibt.

Danach gehen wir zum Schmökern in den große Buchladen an der Rue de Siam. Wie üblich wollen wir uns auch aus diesem Urlaub ein Kochbuch mit örtlichen Rezepten mitbringen. Da Frankreich auch bekannt für Comics ist, müssen wir sehr auf das Gewicht achten. Das muss alles mit nach Hause gebracht werden.

Abends zieht das angekündigte kräftige Gewitter die Bucht in Richtung Westen an Brest entlang. Wir bekommen den Wind und etwas Regen ab und können die spektakuläre Wolkenbildung bewundern.

Fahrradtour zum Phare Du Petit Minou

Heute ist schönes Wetter vorhergesagt und wir möchten unseren Bewegungsradius vergrößern. Dazu werden wir uns die angebotenen Elektrofahrräder von VeloZef mieten. Dieses Fahrradmieten ist aber gar nicht so einfach. Zunächst muss man sich die App herunterladen und ein Benutzerkonto einrichten. Für die Abrechnung muss eine Kreditkarte hinterlegt werden. Macht man dies nicht, so wird der Buchungsvorgang sofort abgebrochen und man wird erneut aufgefordert, die Kreditkarte zu hinterlegen.

Die Elektroräder sollen eine Reichweite von etwa 60km haben. Das müsste eigentlich für eine Tour zum Leuchtturm Phare du Petit Minou reichen. Da die Räder in den Stationen nicht nach dem ‚First In First Out‘-Prinzip, sondern nach den ‚Last In First Out‘-Prinzip ausgegeben werden, bekommt man im allgemeinen kein vollgeladenes Fahrrad. Das Erste, das wir am Bahnhof bekommen, soll noch etwa 36km Reichweite haben und das zweite 38km. Das sollte für den etwa 10km entfernten Leuchtturm reichen.

An unserer Unterkunft machen wir die Räder erst einmal etwas sauber,  da der Korb von einem Vogel vollgekleckert war. Dann geht es los und wir radeln über die Brücke nach Recouvrance und hinter dem Marinestützpunkt zum Strand in Sichtweite des alten U-Boot Bunkers. Bei dem auf und ab der Straßen ist es schon angenehm auf einem Elektrofahrrad zu sitzen, auch wenn die leichte Verzögerung beim Anfahren etwas Gewöhnung bedarf. Wir gönnen den Fahrrädern eine kurze Pause und gehen zu Fuß bis zum Strand und Mooringbojenfeld vor La Maison Blanche. Der Wanderweg geht weiter bis zum ‚Phare du Portzic‘. Die Straße schneidet den Phare du Portzic ab. Wir dürfen den Wanderweg mit unseren Rädern nicht benutzen und folgen der Straße.

Am nächsten Strand ‚Plage de Sainte-Anne du Portzic‘ legen wir wieder eine Pause ein und unternehmen einen Spaziergang am Wasser. Dabei begegnen wir einem älteren Herrn, der hier ehrenamtlich den Strand pflegt und von einer Runde zurückkommt, auf der er auch gleich einige Austern geerntet hat. Er schwärmt von seinem Strand und fordert uns auf, hier zum Schwimmen bei Hochwasser zu kommen. Es ist tatsächlich nicht schwer, da hier die Bus-Linie 2 hält, die auch ganz in der Nähe unserer Unterkunft hält.

Wir fahren weiter vorbei am Industriepark Technopole mit Ingenieurschule und vielen Unternehmen. Hier gibt es auch die letzte VeloZef Station und die Endstation der Bus-Linie 2 nach Brest. Von nun an sind wir auf unsere Räder angewiesen. Über eine enge Straße geht es auf und ab zum ‚Phare du Petit Minou‘.

Dort gönnen wir den Rädern wieder eine Pause. Petras Rad zeigt noch 17km und Klaus Rad zeigt immer noch 37km. Irgendwas stimmt hier nicht, aber egal. Wir wandern zum Strand von Petit Minou, der schnell von der Flut verschluckt wird. Die Zeit reicht, um noch ein wenig die Füße ins Wasser zu stecken. Auf dem Weg kreuzen Eidechsen unseren Weg und haben so gut wie keine Scheu vor Menschen. Offensichtlich hatten sie noch keine schlechten Erfahrungen. Danach besichtigen wir noch das Fort und werfen einen Blick auf den eingehausten Leuchtturm, der gerade saniert wird.

Nach der Pause sitzen wir wieder auf den Räder und es geht zurück. Auf der Steigung vor Saint-Anne geht das Rad von Klaus immer schwerer. Wir hegen schon den Verdacht, dass der Akku bald alle ist. Zu allem Überfluss geht auch der Handy Akku von Klaus zur Neige. Erstmal geht es aber bergab nach Saint-Anne. Hier wissen wir, fährt die Bus-Linie 2 und es gibt eine Rückgabe-Station von VeloZef. Auf der nächsten Steigung hinter Saint-Anne verweigert das Rad von Klaus den Dienst und lässt sich nur sehr schwer bergauf bewegen. Der Blick in die App zeigt aber immer noch 37km Reichweite. Da liegt eindeutig ein technischer Fehler vor. Auch der Akkustand von Petras Rad ist innerhalb weniger Kilometer auf 2km Reichweite zusammengeschrumpft. Wir schauen in der App, wo wir die Räder los werden können. Glücklicherweise ist am Strand von Saint-Anne eine Abgabestation, aber diese ist mit 10 Rädern vollbesetzt. Wir setzen eine Fehlermeldung ab, da wir so ja nicht weiter kommen und können die Räder neben der Station abstellen.

Von hier bringt uns die Bus-Linie 2 zu unserer Unterkunft. Am Abend gehen wir noch etwas einkaufen und zum Abendessen zu ‚Simone et Yvette‘ an der Rue du Siam, der Haupteinkaufsstraße.

Museumstag in Brest

Heute ist wieder ein Wochentag und  die Geschäfte haben geöffnet. Da Klaus von seiner Segeltour noch das ganze Segelzeug dabei hat, wollen wir uns erkundigen, ob man ein Paket von Brest nach Hause schicken kann und wieviel es kostet. Wir werden in einem Mailbox-Laden ganz um die Ecke fündig. Von hier kann man mit verschiedenen Anbietern Pakete in alle Welt verschicken. Die Mitarbeiterin sorgt sich rührend um uns und sucht die günstigste Variante heraus. Wir erstehen auch gleich einen entsprechenden Karton, der dann Anfang nächster Woche auf den Weg gehen soll.

Eingang in das Marinemuseum im Schloss. Vermutlich war dieser Platz schon früher besiedelt, aber die früheste nachweisbare Bebauung stammt aus der Römerzeit und ist genau hier anhand der rötlichen Ziegelstreifen in der Mauer auf der rechten Seite zu erkennen
Eingang in das Marinemuseum im Schloss. Vermutlich war dieser Platz schon früher besiedelt, aber die früheste nachweisbare Bebauung stammt aus der Römerzeit und ist genau hier anhand der rötlichen Ziegelstreifen in der Mauer auf der rechten Seite zu erkennen

Eigentlich hatten wir für heute Nachmittag eine Stadtführung für Brest geplant, aber es stellt sich in der Touristen Information heraus, dass diese bereits ausgebucht ist. Also buchen wir eine andere Führung am Freitag Nachmittag, nach unserer Segeltour mit der „Recouvrance“ um 15:00 Uhr.  Ohne Planung geht hier nichts.

Am 1. August 1785 stachen von Brest aus zwei Schiffe in See, um James Cook nachzueifern. Die Schiffe waren mit hochkarätigen Wissenschaftlern und reichlich wissenschaftlichen Instrumenten ausgestattet und sollten den Pazifik erforschen. Ihre Forschungsergebnisse schickten sie regelmäßig nach Hause, aber die Schiffe und die Mannschaft verschwanden 1788 spurlos. Erst viele Jahre später wurden die Wracks der beiden Schiffe gefunden. Von der Mannschaft wurde nur eine Leiche geborgen. Diese ist hier im Schloss namenlos bestattet.
Am 1. August 1785 stachen von Brest aus zwei Schiffe in See, um James Cook nachzueifern. Die Schiffe waren mit hochkarätigen Wissenschaftlern und reichlich wissenschaftlichen Instrumenten ausgestattet und sollten den Pazifik erforschen. Ihre Forschungsergebnisse schickten sie regelmäßig nach Hause, aber die Schiffe und die Mannschaft verschwanden 1788 spurlos. Erst viele Jahre später wurden die Wracks der beiden Schiffe gefunden. Von der Mannschaft wurde nur eine Leiche geborgen. Diese ist hier im Schloss namenlos bestattet.

Nach dem Mittag besuchen wir stattdessen das Marine Museum. Es ist in der Festung, dem Château, über dem Marine Stützpunkt untergebracht. Hier erfährt man einiges über die Entstehung und Entwicklung von Brest und dessen Vergangenheit, die bis in die Römerzeit zurück reicht. Die gut geschützte Bucht mit der tiefen Meerenge am Eingang hat den Hafen an der Mündung des schiffbaren Flusses Penfeld schon immer sehr wertvoll gemacht.

Das Schloss diente nicht nur militärischen Zwecken, sondern einer der Türme diente auch als Wohnort der Anne von Bretagne (1477 - 1514). Wobei sie sich hier nicht dauerhaft aufgehalten hat.
Das Schloss diente nicht nur militärischen Zwecken, sondern einer der Türme diente auch als Wohnort der Anne von Bretagne (1477 – 1514). Wobei sie sich hier nicht dauerhaft aufgehalten hat.

Zwischenzeitlich gehörte das Schloss sogar einmal zu England, wurde den Engländern dann aber abgekauft. Unter Ludwig XIV wurde der Ort zu einem Marine Zentrum mit Schiffbau, Ausrüstung und Versorgung  der französischen Flotte ausgebaut und mit dem Ort Recouvrance zu Brest verschmolzen. Brest war und ist der Ausgangspunkt für viele militärische, aber auch zivile maritime Unternehmungen. So starten von hier auch einige Hochseeregatten und Challenges, wie die Jules Verne Trophy, der schnellsten Weltumrundung unter Segeln.

Blick auf den Tour Tanguy. Der Tour Tanguy wurde im 14. Jahrhundert gegenüber vom Schloss gebaut, als dieses von englischen Soldaten besetzt war.
Blick auf den Tour Tanguy. Der Tour Tanguy wurde im 14. Jahrhundert gegenüber vom Schloss gebaut, als dieses von englischen Soldaten besetzt war.

Das Fotografieren auf dem Gelände des Marine Museums ist, wegen seiner Lage auf dem Marine Stützpunkt, natürlich eingeschränkt. Wir machen trotzdem einige Bilder, da man von hier einen tollen Blick auf Stadt und Bucht hat. Den Bereich des Marinestützpunktes lassen wir, wie es sich gehört aus.

1778 gewann in einer Seeschlacht das französische Schiff "Belle Poule" gegen die englische "Arethusa". Damit begann die französische Unterstützung des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges. Dieser Sieg erregte soviel Aufmerksamkeit in Frankreich, dass in Versailles sogar Frisuren zur Feier dieses Ereignisses kreiert wurden.
1778 gewann in einer Seeschlacht das französische Schiff „Belle Poule“ gegen die englische „Arethusa“. Damit begann die französische Unterstützung des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges. Dieser Sieg erregte soviel Aufmerksamkeit in Frankreich, dass in Versailles sogar Frisuren zur Feier dieses Ereignisses kreiert wurden.

Leider gibt es in dem Museum kein Café, so dass wir das Château mit hängendem Magen und Durst verlassen. Auf der ‚Rue de Siam‘ finden wir ein Bistro, in dem man gegen 16:00 Uhr eine Kleinigkeit Essen und Trinken kann. Die Bars haben um diese Zeit keine Speisen und die Restaurants haben noch nicht geöffnet.

Wir treffen wieder auf "Le Chat". Diesmal nimmt die Katze Rache und zum ersten Mal wird ein Auto von einer Katze überfahren.
Wir treffen wieder auf „Le Chat“. Diesmal nimmt die Katze Rache und zum ersten Mal wird ein Auto von einer Katze überfahren.

Als wir das Bistro verlassen, ist es 17:30 Uhr und wir schlendern über die Pont de Recouvrance. Der Tour Tanguy an dieser Brücke beherbergt Dioramen von Brest und Recouvrance. Als wir vor dem Turm stehen, stellen wir fest, dass er noch eine halbe Stunde geöffnet hat. Wir nutzen die Zeit und machen einen Schnelldurchgang durch Stadtszenen aus der Geschichte der Stadt Brest. Die Szenen sind alle mit einem Augenzwinkern dargestellt.

Diese Bronzestatue in La Revouvrance ehrt die einfachen Leute aus La Recouvrance, die im Marinestützpunkt ihr Auskommen fanden. Sie werden auch in einigen Seemannsliedern besungen. Zwei dieser "Besungenen" dienten als Vorlage für diese Statue.
Diese Bronzestatue in La Revouvrance ehrt die einfachen Leute aus La Recouvrance, die im Marinestützpunkt ihr Auskommen fanden. Sie werden auch in einigen Seemannsliedern besungen. Zwei dieser „Besungenen“ dienten als Vorlage für diese Statue.

Zum Abendessen wollen wir eigentlich in das irische Pub ‚Tara Inn’ in der Nähe unserer Unterkunft, aber dort bekommen wir nur Getränke – besser als nichts. Man verweist uns zum Speisen weiter in das „Les Quatre Vents Brest“ an der nächsten Straßenecke. Dort werden wir  kulinarisch nicht enttäuscht. Danach fallen wir müde in die Betten.

Neun von zehn Waldbränden werden durch menschliches Fehlverhalten verursacht, häufig durch achtlos weggeworfene Zigarettenkippen. Darauf will dieses Plakat aufmerksam machen
Neun von zehn Waldbränden werden durch menschliches Fehlverhalten verursacht, häufig durch achtlos weggeworfene Zigarettenkippen. Darauf will dieses Plakat aufmerksam machen

Die Häfen von Brest

Die "La Recouvrance" verlässt den Hafen. Auf ihr würden wir auch gerne mal segeln.
Die „La Recouvrance“ verlässt den Hafen. Auf ihr würden wir auch gerne mal segeln.

Nach einer Nacht mit erneutem Mückenterror greife ich heute morgen zum Staubsauger und lasse ein gutes halbes Dutzend davon im Schlauch verschwinden. Schon seit gestern fragen wir uns, wonach es hier eigentlich riecht. Erst dachten wir, die Nachbarn kochen Reis, aber der Geruch müsste ja irgendwann verfliegen – tut er aber nicht. Dann erscheint es uns mehr nach frisch gekochten Bohnen zu riechen.

Auf dem Weg zum Hafen
Auf dem Weg zum Hafen

Wir nehmen von unserem Balkon aus den Industriehafen näher in Augenschein, dessen östliches Ende uns förmlich zu Füßen liegt. Eine große Halle fällt uns auf, ein Silo und ein Berg irgendwas unter freiem Himmel. Da zum Teil auch die Firmennamen erkennbar sind, hilft uns Google weiter: Siehe da ein Getreide- und Futtermittellager. Das wird wahrscheinlich die Quelle des Geruchs sein.

Blick zurück von unten auf unsere Unterkunft
Blick zurück von unten auf unsere Unterkunft

Das wollen wir uns noch genauer ansehen und nehmen als erstes Kurs auf den Industriehafen. Wir können allerdings nur von der Straße aus durch den Zaun schauen. Näher heran lässt man uns nicht.

Unser nächstes Ziel ist heute das Hafenbecken neben dem Yachthafen. Dort liegt die „La Recouvrance“ – das Schiff der Stadt Brest. Wir hatten schon gesehen, dass man Ausflüge buchen kann. Ein Stück weiter gibt es auch noch Ausflugsdampfer. Mit den verschiedenen Routen haben wir uns schon vertraut gemacht und wollen auch hier noch Touren buchen. In einem Container am Hafen sitzt eine junge Frau und kann das glücklicherweise komplett für uns erledigen. Nun steht unser Plan für Mittwoch, Donnerstag und Freitag!

 

Wir schlendern weiter zum Yachthafen. Nun haben wir Zeit, uns den mal genauer anzuschauen. Wir laufen raus auf die große Mole an der noch die Glücksburg liegt. Auch hier entdecken wir mehrere Erinnerungen an bedeutende seglerische Leistungen in Form von Plaketten. Außer der Glücksburg liegt noch eine ältere IMOCA an der Mole und zwei schön gepflegte Oldtimer.

Da die Sonne heute viel Kraft hat, brauchen wir zwischendurch etwas zu trinken und landen in einem Lokal, wo wir das Nachmittagsmenü bestellen: eine Tasse Tee und ein Stück Kuchen. Der stellt sich als saftiger Schokokuchen mit Karamelsauce heraus. Das ist für uns eine ungewohnte Kombination, aber sehr lecker.

Ehrenmal für die US Navy im 1. Weltkrieg. Das Ehrenmal wurde im 2. Weltkrieg von den Deutschen zerstört und nach dem 2. Weltkrieg wieder aufgebaut
Ehrenmal für die US Navy im 1. Weltkrieg. Das Ehrenmal wurde im 2. Weltkrieg von den Deutschen zerstört und nach dem 2. Weltkrieg wieder aufgebaut

Ein weiterer Punkt auf unserem Plan ist ein Ausflug an die Küste, um bei mehr Wind aus westlichen Richtungen mal große Wellen und Brandung zu sehen. Brest liegt so geschützt, dass es hier eigentlich keine großen Wellen zu sehen gibt. Nun habe ich zwar die KorriGo-App installiert, wo ich nach Verbindungen suchen kann, aber uns fehlt die Übersicht, welche Buslinien eigentlich wohin fahren und wie oft. Also auf zum Busbahnhof neben dem Hauptbahnhof! Die Information hat glücklicherweise geöffnet und es gibt den gewünschten Übersichtsplan und auch Fahrpläne für die einzelnen Buslinien. So macht Planen mehr Spaß. Mehr Wind soll es nach der jetzigen Vorhersage am nächsten Wochenende geben.

An der Bushaltestelle
An der Bushaltestelle

Da es heute so schönes Wetter ist, fehlt mir noch ein Strand zu meinem Glück. Den nächsten Strand gibt es östlich vom Industriehafen, also weiter landeinwärts. Da es mehrere Kilometer Entfernung sind, nehmen wir den Bus der Ligne Bleu, die während der Urlaubssaison die typischen Touristenziele anfährt. So können wir nun den Industriehafen in seiner ganzen Größe bewundern. Am Strand steigen wir aus und genießen den Strandbummel. Viel ist nicht mehr los am Strand. Es ist schon recht spät.

In der Mole am Strand Moulin blanc leben die ratten anscheinend sehr komfortabel und schauen jetzt am Abend bei Niedrigwasser mal nach, was so zum Fressen in der Mole hängen geblieben ist
In der Mole am Strand Moulin blanc leben die ratten anscheinend sehr komfortabel und schauen jetzt am Abend bei Niedrigwasser mal nach, was so zum Fressen in der Mole hängen geblieben ist

Neben dem Strand liegt der Yachthafen Moulin Blanc (Weiße Mühle). Hier ist auch die Regattaszene beheimatet. Eigentlich könnten wir jetzt Abendessen vertragen, aber an so einem Yachthafen können wir nicht so einfach vorbei. Den müssen wir uns natürlich anschauen. Im Hafen landen wir dann in der gut besuchten und quirligen Bar „Tour Du Monde“ und stillen unseren Hunger mit Fish & Chips.

Kinder am Strand Moulin blanc
Kinder am Strand Moulin blanc

Im Hinterkopf hatten wir noch, dass auf dem Wetterradar Regen zu sehen war. Der soll in Kürze einsetzen, so sieht es zumindest aus auf dem Regenradar. Also halten wir uns nach dem Essen nicht länger auf und nehmen lieber Kurs auf die Bushaltestelle, wo wir den letzten Bus der Ligne Bleu erwischen. Wir kommen trocken zu Hause an und es regnet die ganze Nacht kein bisschen.

Ungewöhnliche Weltkarte im Eingang zur Bar "Tour Du Monde"
Ungewöhnliche Weltkarte im Eingang zur Bar „Tour Du Monde“