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Rolling Home to Nassau

Segeln kann auch Sport sein...
Segeln kann auch Sport sein…

Logbuch:

Vorhersage E-SE 15-20kn vereinzelt Schauer

8:00 Wind E3

8:15 Wir gehen Anker auf vor Highborn Cay und setzen Groß und Genua

11:24 Position 24°49,1’N 077°05,8’W

13:36 Position 24°59,5’N 077°11,8’W auf Grund scheint ein größeres Wrack zu Liegen. Es ist nicht in der Karte verzeichnet.

15:30 Fest an der Tankstation Harbor Marina. Die Station hat geschlossen

16:00 Fest an der Tankstation Paradise Island. Die hat offen!

16:00 Endgültig fest an der Pier von Navtours

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Heute morgen klingelt der Wecker um 6 Uhr, um sicherzugehen, dass wir nicht verschlafen. Frühstücken tun wir bei Sonnenaufgang und um 8:15 Uhr rasselt die Ankerkette lauthals zurück in den Ankerkasten. Wir setzen erst Kurs auf die Yellow Bank, wo wir wie auf der Hintour um die Korallenriffe herum fahren müssen. Allerdings machen wir uns Gedanken, ob wir bei den herrschenden 4 Windstärken und der dazugehörigen Welle, in der Lage sein werden, die Korallen so rechtzeitig zu sehen, dass wir bei den den 6 – 7 Knoten, die wir laufen rechtzeitig ausweichen können. Andererseits sind wir schnell genug, um auch einen Umweg zu machen und die Yellow Bank auf der Südseite zu umfahren. Wir ändern den Kurs und haben die nächsten 3 – 4 Stunden den Wind genau von hinten. Das ist bei der Welle Schwerstarbeit. Die Lady rollt in der See und das Dinghi schlingert hinterher.

Der Blick von unserem Liegeplatz in Nassau auf die Brücken hinüber nach Paradise Island
Der Blick von unserem Liegeplatz in Nassau auf die Brücken hinüber nach Paradise Island

Leider ist auch dieser Weg nicht frei von Korallenriffen und wir müssen im Slalom um die Dinger herumfahren. Nach der Anstrengung haben wir uns den Nudelsalat zur Stärkung redlich verdient. Um halb drei sehen wir Nassau schon deutlich vor uns. Kurz bevor das Fahrwasser zu eng wird, bergen wir die Segel und fahren das letzte Stück unter Maschine. Wir versuchen uns via Funk in der Charterbasis anzumelden, aber anscheinend hört uns niemand. Erst in Sichtweite des Hafens, werden wir gehört. Es liegen wahrscheinlich an den Docks zu viele Schiffe dazwischen. Wir sollen erst noch tanken fahren, also weiter zur Tankstelle. Leider hilft uns niemand beim Festmachen. Die Anleger sind hier alle für viel größere Schiffe gemacht, so dass das Anlegen mit so einem „kleinen“ Schiff eine echte Tortur ist. Unser Anleger klappt bei Wind gegen Strom erst im dritten Anlauf und trotzdem verhakt sich wieder das Fenderbrett an den Dalben und wir müssen lange ziehen und zerren bis die Lady passend liegt. Nur taucht noch immer niemand auf. Dann stellt sich heraus, dass die Tankstelle bereits geschlossen hat. Grumpf: wie wäre es mit einem großen Schild mit den Öffnungszeiten darauf?

Ich frage per Funk in der Charterbasis, was wir tun sollen. Zurück auf die andere Seite zu Paradise Island, da sei noch eine Tankstelle. Ich frage, ob sie sich sicher sind, dass die auch offen hat. Ja, eigentlich schon, aber ich soll zur Sicherheit mal per Funk nachfragen. Das tue ich auch und bekomme das ok. Also zurück und die andere Tankstelle suchen. Es dauert ein bisschen, aber dann haben wir sie endlich gefunden und bekommen das Gewünschte.

Blick von unserer Marina über den Hafen von Nassau
Blick von unserer Marina über den Hafen von Nassau

In der Charterbasis springen dann gleich 3 Leute hinzu und helfen beim Festmachen. Außer Leine anreichen und ein bisschen abhalten, brauchen wir nichts mehr tun. Als erstes entsorgen wir nun unseren Müll der letzten 10 Tage, dann kochen wir den obligatorischen Tee und machen uns daran Neujahrswünsche zu beantworten. Nun wird es Zeit, die versäumte Feier nachzuholen. Wir freuen uns nun beide auf ein ordentliches Stück Fisch nach 10 Tagen ohne Fisch und Fleisch.

Flaute auf der Rücktour

Logbuch:

9:15 Auslaufen Warderick Wells Cay. Wir setzen Groß und Genua

12:03 Position 24°23,9’N 076°46,6’W

13:55 Fest an einer Mooring Boie vor Hawksbill Cay

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Gestern hatten wir überlegt, auf welcher Route wir unsere Rückreise nach Nassau antreten. Angesagt war, dass gegen Ende unserer Zeit der Wind auf Nord drehen würde. Von den Exumas rüber nach Nassau ist die Richtung Nordwest, also nicht gerade optimale Bedingungen für Lady Marceline. Eine Alternative wäre, Richtung Nordost nach Eleuthera zu laufen . Die Insel würde uns guten Schutz vor Nordwinden bieten und wir könnten dann auf der Südseite der Insel Richtung Nassau laufen. Dazu bräuchten wir aber genügend Wind, denn die Strecken sind lang. Der Vorteil wäre, dass wir außer den Exumas auch noch eine andere Ecke kennenlernen könnten. Als ich dann jedoch, dank Internetverbindung, eine aktuelle Vorhersage hole, lautet die Prognose: schwacher Wind erst aus Südos, dann über Ost auf Nordost drehend. Das reicht nicht für eine Tour nach Eleuthera. Also segeln wir einfach die gleiche Strecke zurück und versuchen mal die Plätze zum Übernachten anzusteuern, die wir auf der Hintour ausgelassen haben.

Mangroven auf Hawksbill Cay
Mangroven auf Hawksbill Cay

Mit den Wettervorhersagen ist das hier so eine Sache. Auch wenn unsere erste Amtshandlung beim Aufstehen ist, das Ankerlicht auszuschalten und das Funkgerät an. Über Funk haben wir bislang nur ein einziges Mal einen Wetterbericht empfangen. Mobilfunk ist hier im Nationalpark nicht verfügbar, also haben wir auch keine Internetverbindung mit dem ipad. Ausgeholfen haben wir uns deshalb mit dem Mittelwellensender „National Radio of The Bahamas“. Glücklicherweise haben wir unseren kleinen Weltempfänger mitgenommen, denn mit dem eingebauten Radio hier bekommen wir nur UKW. Dafür können wir auch den MP3-Player dranhängen und damit auch das Cockpit beschallen. Der Mittelwellensender hält uns über alles Wesentlich hier auf dem Laufenden: Von der Sonntagspredigt über verlesene Todesanzeigen, die Gewinner der Junkanoo-Parade vom 1. Weihnachtsfeiertag, die Opfer eines Bandenkrieges in Nassau (jetzt haben wir auch begriffen, warum wir dort nachts nicht herumlaufen sollten) bis hin zum neuesten Flüchtlingsdrama mit einer vollkommen überladenen Nussschale aus Haiti wissen wir nun was die Bahamas bewegt.

Gras auf Expansionskurs
Gras auf Expansionskurs

Das mit den Flüchtlingsbooten aus Haiti ist nichts Neues. Ich lese gerade den Bericht einer Frau, die Anfang der 90er Jahre zusammen mit ihrem Mann Highborne Cay gemanagt hat (die Insel ist in Privatbesitz und hat einen kleinen Hafen, eine Laden und ein paar Ferienhäuser. Sie berichtet von einem kaum 10 Meter langen Boot, dass eines Tages mit 100 Flüchtlingen an Bord auf der Insel gestrandet ist. Die Inselbesatzung hat die Flüchtlinge mit dem Lebensnotwendigen versorgt und die Marine der Bahamas hat denen geholfen ihr Boot wieder flott zu bekommen, um weiter Richtung Florida zu schippern. In Warderick Well Cay hängt ein Zeitungsartikel vom Anfang des Monats, wonach dort vor der Insel ein ähnliches Boot in Seenot geraten ist. Etwa 30 Haitianer sind dabei ums Leben gekommen. Im Artikel wurden die Mitarbeiter des Nationalparks gelobt, denen es gelungen ist, die Mehrzahl der Leute zu retten. Es erinnert uns alles sehr an die Flüchtlingsdramen vor Lampedusa im Mittelmeer, nur dass hier der Umgang mit den Flüchtlingen humaner zu sein scheint.

Fundsache in den Magroven: wir adoptieren den Frosch - Müll darf man mitnehmen
Fundsache in den Magroven: wir adoptieren den Frosch – Müll darf man mitnehmen

Heute morgen ist unser erster Wassertank alle. 160 Liter haben 6 Tage gehalten, also haben wir pro Person etwa 13 Liter am Tag verbraucht. Das ist nach unseren Massstäben schon recht verschwenderisch. Nun sollten wir noch etwa 200 Liter für die restlichen 3 Tage haben.

Zur üblichen Zeit machen wir die Leine von der Mooring los und machen uns auf den Rückweg. Zu Beginn weht noch etwas Wind ziemlich genau von hinten. Das ist ein blöder Kurs, da das Vorsegel immer einfällt. Aus unserem Peekhaken und etwas Tauwerk bauen wir uns einen Ausbaumer. Ich hoffe nur, dass das Ding nicht abbricht, wie sollen wir sonst die Mooringleinen aus dem Wasser angeln? Glücklicherweise hält die Konstruktion.

Krebs beim Ausnehmen einer Muschel und ...
Krebs beim Ausnehmen einer Muschel und …

Wolken sind heute keine da, die Sonne brennt unerbittlich. Mit ein paar Wäscheklammern und einem meiner Seidentücher bauen wir einen Sonnenschutz, um am Steuerrad keinen Hitzschlag zu bekommen, ansonsten trinken wir Unmengen an Wasser. Vor Hawksbill Cay ist der Wind fast ganz weg. Wir machen den Motor an und motoren zum Mooringfeld. Zwei Yachten verlassen es gerade. Weiter draußen ankern zwei riesige Motoryachten. Es ist flach hier und wir müssen uns vorsichtig um einige Korallenriffe herum hinein tasten. Dabei verscheuchen wir einen großen Rochen. Aber warum wir hier alleine sind, ist uns trotzdem nicht klar. Zur Abkühlung schwimmen wir erst einmal ein paar Runden um das Schiff. Den Nachmittag versuchen wir uns mit Hilfe eines Bettlakens etwas Schatten zu verschaffen. Das ist ein mühseliges Unterfangen, denn das Schiff dreht hin und her.

Erst kurz vor Sonnenuntergang werden wir unternehmungslustiger und wagen noch einen Ausflug mit dem Schlauchboot. Auch hier ist wieder eine Verbindung zu den Mangroven im Inneren der Insel nur dass diese Verbindung zu flach ist. Wir kommen nur ein kleines Stück hinein und ziehen dort das Schlauchboot auf den Strand. Ein Krebs ist gerade dabei, eine Muschel auszunehmen. Als ich ihm mit der Kamera zu nahe komme, vergräbt er sich blitzartig im Sand.

... wer findet jetzt den Krebs?
… wer findet jetzt den Krebs?
Lady Marceline vor Anker
Lady Marceline vor Anker

Wir machen einen kleinen Spaziergang. Auch hier ist es vollkommen still. Von der Ostseite der Insel ist die Brandung zu hören, gelegentlich hören wir eine Fliege. Es wird so schnell dunkel, dass wir bald wieder umdrehen. Zurück im Boot ist die Sonne bereits untergegangen. Zwei weitere Motorboote sind noch in der Bucht vor Anker gegangen. Die Riesenboote weiter draußen sind verschwunden. Zum Abend kommt etwas Wind auf und es ist sehr schaukelig hier am Liegeplatz. Auch wenn wir das Dinghi schon seit ein paar Tagen nachts längsseit holen, damit es nicht so viel Krach macht, so schlagen die Wellen hier trotzdem lautstark unter das Heck. Zum Abendessen gibt es als neueste Kreation ein sehr leckeres Flaschenkürbiscurry mit Blaubeeren und hartgekochten Eiern.

Krebse beim Bergsteigen ertappt

Logbuch:

9:00 Verlassen die Mooring vor Shroud Cay und setzen Groß und Genua. Wind ESE  4 Bft

9:20 Passieren Spitze Elbow Cay

9:50 Wind hat aufgefrischt und wir stecken Reff I ins Groß

11:00 Position 24°23,5’N 076°45,3’W der Wind hat noch weiter aufgefrischt und wir bergen das Groß

11:30 Position 24°21,6’N 076°44,1’W wir müssen nun fast gegen den Wind und starten die Maschine

12:17 Position 24°22,1’N 076°40,9’W per Funk wird uns von Exuma Nationalpark Warderick Wells Cay die Mooring Boie 21 zugewiesen

13:15  Fest an der Mooring Boie in Warderick Wells Cay

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Heute wollen wir zu unserem südlichsten Ziel aufbrechen. Der übliche Ablauf hat sich mitlerweile eingespielt, aber diesmal wache ich schon eine Stunde früher auf. Irgendetwas ist anders und das steckt tief drin, solange sich vor Anker die Geräusche nicht verändern ist alles gut. Wenn es plötzlich ruhig wird, ist das ein Alarmzeichen. Aber wahrscheinlich lag es nur daran, dass der Mond aufgegangen ist und es plötzlich hell ist. Der Wind hat etwas abgenommen, dadurch ist es ruhiger und die Geräusche, die sich in der Koje anhörten, wie Kinderstimmen, entpuppen sich draußen im Cockpit als ein leise quietschender Lümmelbeschlag (die Verbindung zwischen Baum und Mast). Hinter uns ist in der Nacht noch eine weitere große Motoryacht vor Anker gegangen. Beruhigt gehe ich wieder schlafen.

Schnecke
Schnecke

Die Tour ist diesmal nicht so angenehm. Wir müssen sehr hoch ran, das gefällt der Lady nicht und Seegang mag sie auch nicht. Wir reffen erst das Groß und nehmen es schließlich ganz weg. Dabei träumen wir von unserer Lorrikeet, die sich jetzt auf die Seite legen und mühelos durch die Wellen gleiten würde. Die Lady legt sich zwar auch auf die Seite, aber da sie keine tiefe Bilge hat, taucht das Wasser aus der Bilge an den unmöglichsten Stellen wieder auf. Ich fange an mir Sorgen um die Elektrik zu machen. Das Wasser müssen wir unbedingt abpumpen! Im Bad riecht es nach Benzin. Wahrscheinlich leckt der Reservekanister vom Dinghi bei der Schräglage etwas. Wir kontrollieren ihn, können aber nichts feststellen, also lüften wir kräftig. Als Klaus sich an der Steuersäule abstützt schaltet sich plötzlich der Kartenplotter aus. Glücklicherweise erholt er sich wieder, als er die Steuersäule loslässt. Im Seegang löst sich auch das Gestänge vom Bimini, aber wir bekommen es schnell wieder fixiert. Das Schiff ist zwar sehr komfortabel, aber für härteres Wetter nicht wirklich gemacht. Kein Wunder, dass wir diese Boote auf der Ostsee so oft motoren sehen.

Tote Mangrove
Tote Mangrove

Das letzte Stück nach Warderick Wells Cay müssen auch wir die Segel bergen und motoren. Es geht genau gegenan und kreuzen macht mit der Lady keinen Spaß. Über Funk melde ich uns beim Nationalpark an und bekomme die Boje mit der Nummer 21 zugeteilt. Die Mooring liegt in einem engen Seitenarm eines Cuts. Der Seitenarm hat die Form eines Angelhakens. Am Eingang liegen ein paar Korallenriffe, weiter drin wird er von Sandbänken begrenzt. Gleichzeitig geht noch ein starker Strom. Diese Einfahrt ist wirklich ein Nervenkitzel. Die vorletzte Boje ist dann glücklicherweise endlich unsere.

Kultstätte für Seeleute auf Booboo Hill
Kultstätte für Seeleute auf Booboo Hill

Während das Teewasser vor sich hin köchelt, hole ich etwa 50 Liter Wasser aus der Bilge. Nach dem Tee und ein paar Keksen machen wir uns auf den Weg, die Insel zu erkunden. Wir ziehen Badesachen und Schnorchelshirts an, da die Tour mit dem Dinghi meist ein feuchtes Vergnügen ist. In einer Plastiktüte nehmen wir eine Boxershort und ein Strandkleid mit. So sind wir an Land dann einigermaßen akzeptabel bekleidet. Klaus zieht seine Wandersandalen an und ich meine Neoprenschuhe.

Im Nationalparkzentrum zahlen wir unseren Obolus, erhalten ein paar Informationen und machen uns anschließend auf den Weg ins Inselinnere. Der Weg führt über zerklüfteten Sandstein mit scharfen Spitzen und tiefen Löchern, aber auch durch Mangroven und ein Stückchen durch‘s Wasser. Auf dem Booboo Hügel ist ein großer Haufen an Brettern, die von verschiedensten Booten stammen. Der Legende nach ist hier in der Nähe ein Schiff untergegangen, niemand wurde gefunden, der ein christliches Begräbnis bekommen konnte und die Geräusche auf dem Booboo Hügel bei Vollmond seien die Geister der verstorbenen Seeleute. Wenn man nun eine Gabe auf den Hügel legen würde, dann soll das eine glückliche Reise verschaffen. Wir haben leider nichts dabei.

Schöner Blick über die Nordspitze von Warderick Wells Cay
Schöner Blick über die Nordspitze von Warderick Wells Cay

Wir schauen uns als nächstes die Blow Holes an. Löcher im Fels, aus denen bei mehr Seegang wahrscheinlich Wasser hoch schießt. Das legen jedenfalls die verstreuten Muscheln nahe. Heute ist der Seegang nicht stark genug, aber die Luft, die aus den Löchern schießt und die Geräusche die das verursacht, sind auch schon sehr eindrucksvoll.

Kleiner Einsiedlerkrebs beim Bergsteigen
Kleiner Einsiedlerkrebs beim Bergsteigen

Von hier aus führt der Pfad ein Stückchen nach Süden über die Steilklippen und dann hinunter zum Strand. Uns fallen hier immer wieder Schneckenhäuser auf, die sich eher ruckartig bewegen, bei näherem Hinsehen, entdecken wir unterschiedlich große Einsiedlerkrebse, die den Berg hoch klettern. So etwas kurioses haben wir noch nie gesehen! Als wir den Strand verlassen und wieder den Hügel hinauf klettern, entdecke ich plötzlich einen sehr großen Krebs direkt auf unserem Pfad. Er ist etwa 30 cm breit und hat sehr eindrucksvolle Zangen. Was nun? Das Unterholz ist zu dicht für einen Umweg. Vorsichtig werfe ich ein kleines Stückchen Holz in seine Richtung. Er geht in Angriffsstellung. Als müssen wir ihn tatsächlich verscheuchen. So trauen wir uns mit unseren nackten Beinen nicht vorbei. Klaus bewaffnet sich mit einem Stock und kann ihn damit zur Flucht bewegen. Genervt verkriecht sich der Krebs unter einer Palme und wir können vorbei.

Angriffslustiger Landkrebs
Angriffslustiger Landkrebs

Auf dem Rückweg treffen wir noch einen Bahama Yellowthroat (Bahama Goldkehlchen?), einen Hutia und jede Menge Eidechsen. Der Fels ist hier durchlöchert und das Laufen mit den Neoprenschuhen nicht so angenehm. Vor uns steht mit einem Mal eine Leiter. Sie führt mehrere Meter tief in eine Höhle hinab. „Murphy‘s Hideaway“ steht auf einem Schild. Wir sparen uns das und laufen weiter. Diesmal geht es über eine kleine Brücke über das Wasser. Wir treffen zwei Männer, die uns erzählen, sie hätten in dem flachen Wasser eben einen kleinen Hai gesehen, aber nun sei er weg. Wir sehen ihn nicht.

Murphy's Hideaway
Murphy’s Hideaway

Mit dem Dinghi fahren wir anschließend zur Yacht „Aragon“, die wir beim Einlaufen entdeckt hatten. Mit ihr ist das französich-kanadische Pärchen unterwegs, die uns in Nassau so nett geholfen hatten. „Willommen im Paradies“ ruftz uns Claire freudestrahlend zu. Leider haben sie heute abend keine Zeit mehr für einen Besuch bei uns an Bord. Sie haben schon alles verstaut und bereiten sich auf eine frühe Abreise morgen früh vor.

Bahamas – baha mar – flaches Meer

Logboch:

9:00 Auslaufen Alans Cay und setzen Groß und Genua. Wir stellen fest, dass die Bilge seit heute Morgen vollgelaufen ist. Scheinbar sollte das Seeventil in der Bilge nicht geöffnet werden. Also – Bilge lenzen!

9:50 Highborn Cay Anstuerung querab.

11:10 Runden Normans Stake

12:15 Anker nieder vor Normans Cay Club (Ruine)

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Gestern abend waren wir pünktlich in der Koje. Die Nacht war deutlich erholsamer als die letzte und heute morgen wache ich mit dem ersten Morgengrauen auf. Ich setze mich nach draußen ins Cockpit und schaue wie es langsam heller wird. Die Sonne bekommen wir erst später zu sehen. Im Osten stehen noch dicke Wolken. Anscheinend haben wir nun auch die Nerven für Experimente, denn wir drehen ein bislang verschlossenes Seeventil in der Hoffnung, dass dann auch endlich die Bilgepumpe läuft. Sie tut das auch endlich und legt zwischendurch immer wieder Pausen ein.

Hübsche kleine Insel in Norman's Cut
Hübsche kleine Insel in Norman’s Cut

Um 9 Uhr gehen wir Anker auf und stellen kurz danach fest, dass das Wasser schon bis an die Bodenbretter steht. Die Bilgepumpe ist schon ganz heiß. Wir schalten sie aus, machen das Seeventil wieder dicht und während Klaus mit der Handpumpe und der Pütz die Wassermassen bekämpft, segele ich die Lady Richtung Süden. An der Ansteuerung nach Highborne Cay kommt noch mal die Gewissensfrage: haben wir ein Problem oder nicht? In Highborne ist eine Marina, hier könnte ich noch abbiegen statt nach Süden abzubiegen. Klaus hat schon ca. 200 Liter Wasser ins Cockpit geschüttet, die an meinen Füßen vorbei nach hinten gerauscht sind. Langsam macht mich das unruhig, aber er meint, er habe die Lage nun im Griff und ich könne weiter nach Süden segeln.

Ein Kugelfisch versteckt sich im Flugzeugwrack
Ein Kugelfisch versteckt sich im Flugzeugwrack

Eine Stunde später sind wir an der Abzweigung zu unserem angestrebten Ankerplatz im Süden von Norman‘s Cay. Diesmal sind wir nicht alleine. Mit uns waren drei andere Yachten auf dem Weg nach Süden und am Ankerplatz liegen auch schon einige. Vorsichtig tasten wir uns hinein. Norman‘s Cay hat die Form eines großen A. Unser Ankerplatz liegt am unteren linken Schenkel des A. Hier ist eine Verbindung von der flachen Bahama Bank zum tieferen Sund auf der Ostseite der Exumas. Das heißt hier geht der Gezeitenstrom hindurch und es ist stellenweise etliche Meter tief, aber am Rand zu den Ankerplätzen wird es auch sehr schnell flach.

Barrakuda
Barrakuda

Der Anker geht während eines Schauers zwischen zwei anderen Yachten nieder. Wir liegen recht dicht beieinander und müssen schauen, wie sich die Yachten beim Tidenwechsel drehen, damit wir uns nicht zu nahe kommen. Solange warten wir noch ab, bevor wir die Umegbung erkunden. Zwischen den unteren Enden der beiden Schenkel des A liegt ein Flugzeug, dass hier vor längerer Zeit abgestürzt ist. Damals residierte auf Norman‘s Cay ein Drogenbaron und das Flugzeug gehörte wohl ihm. Reste der Kanzel ragen noch aus dem Wasser.

Presifrage: Wie bekommt man ein neues Auto auf so eine kleine Insel?
Presifrage: Wie bekommt man ein neues Auto auf so eine kleine Insel?

Wir rüsten unser Schlauchboot aus und als alles klar zu gehen scheint beim Tidenwechsel machen wir uns auf den Weg. Wir ankern neben dem Flugzeug und Klaus schnorchelt hin und macht ein paar Fotos. Er trifft ein paar neugierige Fische und einen Barrakuda. Ich hatte gelesen, dass sich in dem See an der Spitze des A, der einen sehr engen Zugang zum Sund hat, die Hammerhaie zur Paarungszeit treffen, wann auch immer das ist.

Norman's Cay Airport Terminal A
Norman’s Cay Airport Terminal A

Anschließend machen wir noch einen Ausflug an Land und erkunden ein Stück. Ein Schauer durchweicht uns gründlich, aber das stört uns bei der Wärme nicht. Vor uns startet plötzlich ein Flugzeug aus dem Busch. An der Pier wurde bei unserer Ankunft jede Menge Gepäck auf ein Motorboot verladen, wahrscheinlich kann das im Flieger nicht mit. Beim Weitergehen finden wir auch die Start- und Landebahn. Etliche Ruinen sind hier zu finden.  In den 80er Jahren hat hier ein Drogenboss residiert. Er hat wohl auch den Flughafen gebaut. Hinter der Startbahn gibt es ein paar Ferienhäuschen und eine Bar, die jedoch geschlossen hat.

Strand auf Norman's Cay
Strand auf Norman’s Cay

Wir machen noch einen Strandspaziergang und drehen dann um, denn die Sonne geht bald unter. Währenddessen versuchen uns die örtlichen Insekten auszusaugen. Schnell weg hier und zurück an Bord! Dort mixt uns Klaus aus den Resten des scheußlich süßen Kokosnussrums, den uns die Charterbasis an Bord gestellt hatte, einer Zitrone und etwas Cranberry-Saft einen netten Drink und wir genießen den Sonnenuntergang.

Weihnachten auf See

Logbuch:

Wasser voll getankt

Wettervorhersage:

Di. Breezy, 14mph NNE

Mi. Windy, 18mph ENE

Do. Breezy, 12mph E

HW@Nassaau 12:09 EST

 

!0:00 Diesel und Gemisch für Dinghy vollgetankt. Es geht los! Ablegen Nassau

11:00 Passieren Porgee Rock unter Maschine und gehen auf Kurs Alans Cay

12:00 Standort 25°00’N 077°11’w

14:10 Standort 24°53’N 077°01’W Haben die Yellow Bank passiert und uns unseren Weg durch die Riffe gebahnt

16:40 Anker nieder in Alans Cay. Es hätte auch nicht später sein dürfen, da man Unterwasserhindernisse nicht mehr sieht.

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Während wir hier in Allen‘s Cay vor Anker liegen, draußen der Wind heult und wir hoffen, dass das nur ein Schauer ist, der bald vorbei ist, versuche ich mal die Ereignisse des Tages zusammenzufassen.

Lady Marceline in der Bay Street Marina Nassau
Lady Marceline in der Bay Street Marina Nassau

Heute morgen haben wir den Wecker um 6 Uhr klingeln lassen. Gegen halb sieben wird es hell und wir haben viel vor. Bevor wir auslaufen können, muss noch Frischwasser nachgefüllt, das Dinghi betankt , Diesel aufgefüllt und noch ein paar letzte Fragen geklärt werden. Trotzdem pünktlich bereit sind, dauert es dann doch noch bis alles bereit ist. Die Marina ist noch im Bau und so gibt es noch keine Sanitäranlagen und wir probieren morgens mal unsere bordeigene Dusche aus. Das geht prima und mit über 300 Liter Wasser an Bord, dürfen wir sie sogar gelegentlich mal nutzen. Unsere Versuche, einen Wetterbericht über Funk zu empfangen schlagen fehl. Wir hören zwar, wie jemand noch einmal nachfragt, aber den eigentlichen Wetterbericht hören wir nicht. Der Chef der Cahrterbasis schreibt uns freundlicherweise den Wetterbericht der nächsten Tage auf. Erst um kurz nach 10 Uhr können wir endlich los. Wir gewöhnen uns erst einmal an den Motor. Lady Marcellina, so heißt unser Boot ist recht kräftig motorisiert. Wir fahren an den Anlegern vorbei, wo etliche ziemlich verrostete kleine Schiffe liegen. Manch eins ist auch schon nicht mehr wirklich schwimmfähig. Im Norden stehen die berühmten Cumulus Castellanus, die bei uns zu Hause um diese Uhrzeit spätere Gewitter ankündigen. Müssen wir die hier auch ernst nehmen? Wir wissen es nicht.

Wir verlassen Nassau Richtung Osten
Wir verlassen Nassau Richtung Osten

Ein Stück weiter draußen setzen wir die Segel. Leider reicht die Geschwindigkeit nicht aus, um damit noch bei Tageslicht auf die Exumas zu kommen. Segeln bei Nacht ist nicht nur für die Charterboote verboten, sondern auch gefährlich, da an etlichen Stellen der Meeresboden nicht vermessen ist und man nach Sicht fahren muss, was bei dem klaren Wasser und genügend hohem Sonnenstand tagsüber kein Problem sein sollte.

Wir genießen trotzdem erst einmal den Moment und stärken uns an einem zweiten Frühstück.Dann schmeißen wir den Motor an und nehmen Kurs auf Allan‘s Cay. Ein Ankerplatz auf den Exumas.

Auf halber Strecke müssen wir ganz vorsichtig über die gelbe Bank. Hier gibt es mehrere Korallenriffe. Ich stehe vorne im Ausguck und dirigiere Klaus per Handzeichen hindurch. Als wir das geschafft haben, gönnen wir uns ein paar Weihnachtskekse und Lebkuchen, die wir von zu Hause mitgebracht haben.

Über den Exumas stehen nun dicke Wolken, als wir näher kommen, ist die Sonne weg. Der Wind dreht schlagartig auf Südost. Das ist genau unsere Richtung und wir nehmen die Segel weg. Nun sehen wir auch ein paar Boote. Unterwegs war es sehr einsam nachdem wir die Umgebung von Nassau verlassen hatten. Einzig zwei Angelboote kamen uns entgegen.

Sonnenuntergang über Allen's Cay
Sonnenuntergang über Allen’s Cay

Die Exumas bestehen hier aus vielen kleinen Inseln. Wir haben vor, zwischen zwei langgestreckten Inseln zu ankern. Hinter uns läuft eine große Yacht mit uns ein. An dem Ankerplatz liegen bereits zwei große Katamarane und ein sehr großes Motorboot vor Anker. Die haben weniger Tiefgang. Mein erster Versuch zwischen den beiden Katamaranen zu ankern schlägt fehl, weil es dort zu flach ist. Also fahren wir wieder ein Stück raus und finden schließlich bei 3 – 4 Meter Tiefe einen guten Platz. Die große Yacht fährt ganz wieder raus und sucht sich woanders einen Platz.

Abendliche Cumulus castellanus
Abendliche Cumulus castellanus

Wir bleiben erst einmal im Cockpit sitzen und genießen den schönen Sonnenuntergang. Als es fast dunkel ist, sind im Wasser auf einmal drei blaue Lichter zu sehen. Ganz langsam treiben sie vorbei, werden mal heller mal dunkler. Was ist das – Quallen? Bislang haben wir hier kaum Fische gesehen, auch Vögel waren nicht so besonders viele zu sehen. Im Dunkeln tönt dann ein wahres Konzert von den Inseln, aber sind das Vögel oder möglicherweise die Iguanas, die hier leben?

Anschließend kochen wir unser erstes Essen an Bord. Zu Heiligabend gibt es Blumenkohl-Kartoffel-Curry und zum Nachtisch ein Bier und einen unglaublichen Sternenhimmel, bis plötzlich der Wind kräftig zunimmt. In Böen haben wir wohl 6-7 Windstärken. Die Lady schwojt kräftig. Schließlich schüttet es wie aus Eimern. Nun wissen wir, Cumulus Castellanus müssen wir auch hier Ernst nehmen. Mittlerweile ist der Schauer durch und der Wind hat wieder abgeflaut. Es ist Zeit in die Koje zu gehen.