Heute ist unser letzter Tag und wir erfüllen uns noch einen Traum. Morgens klingelt der Wecker. Wir fahren nach San Luis Obispo, um Natalie und ihren Freund abzuholen. In Los Osos am Hafen leihen wir 4 Kajaks und paddeln kurz vor Hochwasser los. So kommen wir kurz vor Hochwasser in den Genuss, die Kanäle in den Salzwiesen hinauf fahren zu können. Wir sehen Seehunde, Kormorane, Reiher, Gänse, Enten und viele Wasservögel. Nach der Tour in die Salzwiesen paddeln wir auf die andere Seite zur Sandbank. Dies ist keine kleine Sandbank sondern gewaltige Sanddünen. Am Strand treffen wir auf einige Truthahngeier, die an einem toten Tier zerren, vermutlich einem Seehund. So genau lässt sich das nicht mehr feststellen. Wir klettern hinauf auf die Sanddünen und haben nun einen wundervollen Blick auf die Brandung des Pazifik. Nun hilft alles nicht. Wir müssen da runter und wenigstens die Füße ins Wasser stecken, obwohl es wie immer eiskalt ist.
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Endlich am Pazifik
Heute sind wir endlich am Pazifik. Wir fahren nach Los Osos an die Steilküste. Auch hier kommt das Tele wieder zum Einsatz. Weit draußen sehen wir große Wale, vermutlich Grauwale auf ihrem Weg nach Mexiko.
Entspannt wie ein Otter
Heute mittag fahren wir nach Morro Bay, schauen durch ein paar Geschäfte, gehen Essen und beobachten ansonsten die Tiere und genießen es wieder am Wasser zu sein. Dadurch kommt endlich mal das Teleobjektiv auf der Kamera zum Einsatz.
Biosphäre 1 und 2
Heute verlassen wir Tucson. Die Stadt hat uns positiv überrascht. Sie ist ungefähr so groß wie Hannover. Da es aber kaum mehrstöckige Gebäude gibt, ist die Ausdehnung viel größer. Sie wirkt sehr gepflegt und wohlhabend. Es gibt Fahrradwege und sogar eine kurze Straßenbahnlinie.

Ein großer Arbeitgeber ist neben der Uni die Airforce, was uns gestern zwei im Formationsflug über die Innenstadt fliegende Drohnen sehr deutlich demonstrierten. Wir haben genügend unbesichtigte Orte für einen weiteren Besuch übrig gelassen.
Unser nächstes Ziel ist Biosphäre 2. Dieses Experiment ist uns aus der Presse noch gut bekannt und es gibt die Chance das hier nördlich von Phoenix zu besuchen. Anfang der 90er Jahre baute das Ganze ein Milliardär mit dem Ziel zu beweisen, dass ein Leben außerhalb der Erde in einem abgeschlossenen Raum dauerhaft möglich ist.

Wenn man sich diese Ecke der Welt ansieht, die innerhalb von wenigen Jahrzehnten mit Millionen von Menschen bevölkert wurde, die hier nun mitten in der Wüste bei im Sommer extrem heißen Temperaturen leben, so kann man sicherlich auf solch eine Idee kommen. Als Mitteleuropäer frage ich mich hier des öfteren, wie solche Städte mit Wasser versorgt werden können. Irgendwie funktioniert das aber anscheinend.

Schon in New Mexico war zudem der Blick ins Weltall gerichtet: Von White Sands über Alamogordo bis hin zum Very Large Array ist der Blick eher ins Weltall als auf die Erde gerichtet. Und so manche Ecke hier, sieht auf den ersten Blick auch nicht viel anders aus als die Mondoberfläche… Da erscheinen einem dann solche Ideen plötzlich gar nicht mehr so absurd. Trotzdem war dieser Versuch in meinen Augen der Spleen eines Milliardärs. Eine wissenschaftliche Herangehensweise hätte sicherlich anders ausgesehen. Wir bekommen dort eine Ansammlung von Biotopen unterschiedlichster Art auf dichtestem Raum zu sehen. Letztendlich diente dieser Teil der Biosphäre 2 dazu, die Bewohner mit Sauerstoff zu versorgen. Dazu hätte es aber sicherlich gereicht, ein ausreichend stabiles Biotop mit genügend Pflanzen zu schaffen. Es war sicherlich nicht notwendig vom Regenwald, über Subtropen bis hin zur Wüste die meisten Klimazonen dieser Erde abzubilden.

Heute gehört das Areal der Universität und man widmet sich hier nun ganz handfester Forschung an Biosphäre 1 nämlich unserer Erde. Dazu schafft Biosphäre 2 sehr gute Bedingungen. Drei Projekte konnten wir sehen, so wird derzeit erforscht, wie Böden an Hängen Wasser aufnehmen und wieder abgeben, wie Pflanzen und Pilze Fels zu Boden zersetzen und warum sich die Mesquitebäume derzeit so stark ausbreiten. Wie beim Very Large Arra ist auch hier die Öffentlichkeitsarbeit vorbildlich.
Für einen Besuch im Kunstmuseum von Phoenix ist es mittlerweile zu spät und so ändern wir den Plan und widmen uns weiter der Biosphäre1 mit einem Besuch im Boyce Thompson Arboretum, einem botanischen Garten östlich von Phoenix. Besonders spannend finden wir den Mustergarten, der zeigt, wie man möglichst wassersparend unter den hiesigen Klimabedingungen eine schönen Garten anlegen und pflegen kann.
Für die Nacht haben wir uns ein Hotel in der Innenstadt gesucht, dass nah am Kunstmuseum gelegen ist. Schon beim Verkehr, dass wir jetzt wirklich in einer Großstadt sind. Glücklicherweise führt uns das Navi souverän zu unserem Hotel. Während ich hier tippe, kreist draußen ein Hubschrauber mit Suchscheinwerfer über der Stadt und leuchtet auch unser Zimmer fast aus.
Déjà-vu in Old Tucson
Heute morgen sitzen wir mit allen anderen Gästen zusammen am großen Tisch beim Frühstück: einem Paar aus Utah, was vor mehreren Metern Pulverschnee geflüchtet ist, einem Paar aus Melbourne/Australien, dass gerne Flugzeuge ansehen möchte und einer Dame aus Minnesota, die gerne Vögel beobachten möchte. Dazu braucht sie eigentlich nicht viel unternehmen: Ich habe heute morgen schon vom Fenster aus Helmwachteln beobachtet, die sich lautstark mit den Tauben gestritten haben.

Wir wollen heute als erstes zur Uni. Dort gibt es eine Fotografie-Sammlung, die unter anderem das Archiv von Ansel Adams besitzt. Zur Zeit gibt es eine Ausstellung mit Werken von Charles Harbutt. Sie gefällt uns ausgesprochen gut.

Nach einem kurzen Imbiss in einer netten Cafeteria im Uni-Viertel, bei dem wir die Sonne genießen, machen wir uns auf den Weg zur Gates Pass Road im Westen von Tucson. An ihr liegen mehrere Attraktionen und die Straße wurde in allen Reiseführern als besonders schön beschrieben. Dem können wir uns nur anschließen. Sie ist eine kleine kurvenreiche Straße, die über einen Pass und durch eine wunderschöne Kakteenlandschaft führt. Wir sind schwer begeistert. Eigentlich wollten wir ins Wüstenmuseum, aber vorher machen wir noch einen Abstecher in die Old Tucson Studios. Wir dachten, es wäre nur ein kurzer Besuch, aber wir bleiben den ganzen Nachmittag dort.
Auf dem Gelände wurde in den 30er Jahren für einen Western mal die urspründliche Stadt Tucson nachgebaut, da die reale Stadt schon viel zu zivilisiert war. Dann hat man das Ganze für Besucher geöffnet und dann kamen mehr und mehr Filmproduzenten auf den Geschmack. Über 700 Filme, Fernsehaufnahmen und Werbesports wurden hier gedreht. Vor einigen Jahren ist die Hälfte des Geländes abgebrannt, aber davon ist heute nichts mehr zu sehen. Wir dürfen überall nach Herzenslust herumlaufen. Es gibt reichlich Läden und dazu tolle Shows. Und wenn uns das hier irgendwie vertraut vorkommt, ist das sicherlich kein Zufall. – Es wird Zeit mal wieder einen Western zu gucken…
Da uns das Uni-Viertel so gut gefallen hat, suchen wir uns dort anschließend ein kleines libanesisches Restaurant für unser Abendessen, bevor wir uns im Hotelgarten in dem schönen heißen Whirlpower die Rücken massieren lassen und dabei die Sterne bewundern. Nachdem wir wieder in unserem Zimmer sind, trabt draußen vor dem Fenster ein Pekari vorbei.



























































