Nach so vielen Steinen gestern haben wir uns heute eine Wanderung in der Natur verdient. Bereits um 8:00 Uhr verlassen wir unser Domizil und fahren wieder nach Jerash, um uns dort mit unseren Wanderführern zu treffen. Von dort geht es dann noch weiter nach Norden in die Berge. Petra hat heute einen Platz in der ersten Reihe ergattert und nutzt die Chance, ein paar Straßenszenen zu fotografieren.
Kamel-Herde mitten in Amman am Straßenrand
Pril-Werbung: „Die Nr. 1 in Deutschland“
Zeitungsverkäufer in Amman
Großer Obststand am Straßenrand
Viele verkaufen Gemüse aus dem Lieferwagen oder Pick-Up
Gemüseverkäufer an der „Autobahn“
Keramikhändler am Straßenrand
An der Einfallstraße nach Jerash gibt es viele Gärtnereien und Baumschulen. Viele von ohnen nutzen alte Ölkanister als Blumentöpfe.
Tankwagen mit Frischwasser sind ein normaler Anblick hier in Jordanien. Nicht jeder hat einen Wasseranschluss.
Kinder überqueren eine Straße
Heimfahrt von der Arbeit
Zelte sind öfter mal am Straßenrand zu sehen. Gelegentlich sind auch UNHCR Zelte dabei, also Zelte für Flüchtlinge. Wozu sie hier nun wirklich dienen?
Wir sind überwältigt von dem Grün hier, damit hatten wir nicht gerechnet. Von einer Höhe, auf der sich auch alte Steine türmen, steigen wir an einem trockenen Bachbett hinunter ins Tal. Es geht durch einen lichten Wald aus Steineichen mit vielen Blumen, die die Fotografen unter uns zu vielen Detailaufnahmen animieren.
Mohnwiese mit Schafgarbe
Glockenblume
Klaus befühlt die Rinde eines Erdbeerbaums
hübsche violette Blume
Cistus Rose
hübsche violette Blume
Eine Salbei Art
Cistus Rose
Mohn
rosa Lein
Interessante Pflanze
Gelbe Blume vor Fels
Für unser Mittag sind wir bei einer Frau in einem nahe gelegenen Ort angemeldet. Leider merkt unser Busfahrer erst als er in sehr engen Kurven bereits zweimal aufgesetzt hat, dass wir den kürzesten Weg nicht hinunter kommen. Wir steigen alle aus und der Fahrer fährt rückwärts bis zur nächsten Möglichkeit den Bus zu wenden. Hier können wir wieder zusteigen und fahren in einem großen Bogen zum Ort. Das Essen entschädigt dann für die ganze Aufregung. Gut gesättigt treten wir die Rückfahrt nach Amman an und die Hälfte der Gruppe versinkt ins Suppen-Koma.
Abends sehen wir noch den Film einer jungen Regisseurin, die sich mit der Situation von Frauen in Jordanien auseinander gesetzt hat. An den Film schließt sich eine angeregte Diskussion über die Situation in Jordanien und in Deutschland an.
Einige Gegenstände, die in der Ausbildungswerkstatt für die Schreiner hergestellt werden
Da am Tag zuvor die Schule und das Ausbildungszentrum nachmittags bereits geschlossen waren, besuchen wir morgens die Schreinerei und ganz kurz eine Mathematik-Klasse in der Schule.
Mathematik Unterricht in der Schneller Schule
Danach starten wir mit dem Bus nach Jerash, das berühmt für seine Ruinen aus römischer Zeit ist. Unser Führer erzählt uns, dass derzeit viele Schüler zu Exkursionen unterwegs sind und so ist es dann auch. Die Ausgrabungsstätte ist bevölkert von Jugendlichen, fast nur Jungs. Mädchen sind kaum zu sehen. Die Anzahl der Touristen soll um etwa Zweidrittel zurückgegangen sein.
Hadrian Tor
Die Besichtigung der Ruinen beginnt beim Hadrian-Tor, das zu Ehren des Besuches von Kaiser Hadrian erbaut wurde.
Jugendliche reiten im Hippodrom
Hinter dem Tor befindet sich ein Hippodrom, in dem Pferde und Wagenrennen stattgefunden haben müssen.
Als ich den ovalen Platz und die Ruinen der Kirchen und des Artemis Tempels fotografieren will, wollen diese Jugendlichen unbedingt mit auf’s Bild
Von dort aus führt ein längerer Weg zum Südtor der eigentlichen Römerstadt, die mit einem ovalen Platz beginnt.
Diese Römerstadt ist etwas ungewöhnlich. Der Zeus Tempel steht neben der Stadtmauer fast außerhalb der römischen Stadt.
Aufgang von der Hauptstraße zum Artemis Tempel
Das Zentrum bildet der Artemis Tempel, die hier offensichtlich mit einer arabischen Fruchtbarkeitsgöttin identisch ist. Die Ruinen sind nur zu einem kleinen Teil aus gegraben, der Rest ist noch von Schutt bedeckt.
Einfahrt zum Kraftwerk
Das nächste Ziel ist ein Wüstenschlösschen. Auf dem Weg kommen wir an einem Kraftwerk in Zarqa vorbei. Es wird mit Öl und Gas betrieben. Die Umweltbelastung durch dieses Kraftwerk ist enorm. Jordanien selbst hat keine nennenswerten Vorkommen an Öl und Gas. Vor dem zweiten Golfkrieg wurden sie fast kostenlos damit aus dem Irak beliefert. Die Zeiten sind vorbei.
Einfahrt zum neuen Flüchtlingslager inklusive Straßenschild
Auf dem weiteren Weg kommen wir an vielen Kasernen des jordanischen Militärs vorbei. Unser Reiseführer erzählt uns, dass alle Rekruten der Armee hier ihre Grundausbildung durchlaufen. Etwas später kommen wir an dem neuen noch fast leeren UNHCR Flüchtlingslager vor Azraq vorbei. Mitten in der Wüste ist ein riesiges Lager aus Wellblech-Hütten neu gebaut worden. Man geht hier offensichtlich von einem längeren Andauern und vielen weiteren Flüchtlingen aus.
Qasr ‚Amra: Das rote Wüstenschlösschen
Das rote Wüstenschlösschen aus dem 8. Jahrhundert ist eigentlich ein Badehaus für die Umajiaden Fürsten gewesen. Sie haben hier die Tiere gejagt, die zu den nahe gelegenen Wasserstellen kamen und Feste gefeiert, die sie so in der Stadt nicht haben feiern können. Die Wandbemalungen spiegeln diese ausschweifenden Feste wieder. Die Darstellungen von unbekleideten Menschen haben die Muslime späterer Zeit stark schockiert und so sind zahlreiche Malereien beschädigt.
Halbnackte Dame
Jagdszene
Badeszene
Bemalung im Qasr ‚Amra
Den Abend beschließen wir mit einer angeregten Diskussion über die politischen Hintergründe der Situation in Jordanien mit Dr. Otmar Öhring von der Konrad-Adenauer-Stiftung, Büro Amman.
Heute geht es erst einmal darum Amman kennenzulernen. Unsere Unterkunft, das Gästehaus der Schneller-Schule, liegt NO-lich. Von dort fahren wir zunächst am Fluss, der eher ein Rinnsal ist, entlang in die Innenstadt und dann auf die Zitadelle, die über der Altstadt thront. Man hat von hier oben einen schönen Blick auf die Stadt. Die Zitadelle blickt auf eine sehr lange Vergangenheit zurück. Bereits zu aramäischer Zeit war der Hügel bewohnt. Die sichtbaren Ruinen stammen aus der römischen und der islamischen Zeit.
Oben auf der Zitadelle
Unser Reiseführer versucht uns im Schnelldurchgang einen Überblick von der reichhaltigen Geschichte der Gegend zu geben. Für ihn ist die Gegend Libanon, Syrien, Palästina (Israel und Westjordanland) und Jordanien (Transjordanien) das eigentliche geographische Syrien.
Die Hand des Herkules
Die Zitadelle beherbergt auch noch ein kleines archäologisches Museum, dass höheren Maßstäben zwar nicht standhalten kann, aber doch einige schöne Exponate zu bieten hat.
Das Amphittheater
Von der Zitadelle geht es dann hinunter zum Amphittheater und zum Odeon, dass zu römischer Zeit nach griechischem Vorbild erbaut wurde. Zusammen mit uns betritt auch eine Gruppe von Schülerinnen das Theater. Sie lassen sich im Orchestrion zur ausgelassenen Gesang und Tanz inspirieren. Danach versorgen wir uns mit jordanischen Dinaren und haben die Möglichkeit das Zentrum auf eigene Faust zu erkunden. Dabei treffen wir auf dem Markt einen Verkäufer von Süssgebäck. Wir kommen mit ihm mit Petra Brocken Arabisch und viel Zeichensprache ins Gespräch und er erzählt uns, dass er vor 3 Jahren aus Syrien nach Jordanien geflohen ist. Er hatte Angst um sein und seiner Familie Leben. Seither versucht er in Jordanien zu überleben.
Petra versucht eine Unterhaltung mit drei Mädchen aus dem Internat
Zurück im Gästehaus, haben wir die Möglichkeit das Internat zu besichtigen. Der -jetzige Leiter, der mit 3 Jahren seine Eltern bei einem Verkehrsunfall verloren hat, ist selbst bereits hier zu Schule gegangen und er führt uns mit Stolz seine Gruppen (Familien genannt) vor.
Der Schlafraum einer der sechs Jungsfamilien
Da es nachmittags ist, sind alle bei Ihren Hausaufgaben. In der Schule wird auch Deutsch und Englisch gelehrt, so dass wir teilweise die Möglichkeit haben, mit den Schülern zu reden. Die Jungen sind überwiegend sehr schüchtern, wo hingegen die Mädchen sehr aufgeschlossen sind.
Die Kleine patscht mir auf die Linse, um zu erreichen, dass ich sie fotografiere
Die Erzieher haben einen sehr anstrengenden Job. Sie sind 6 Tage die Woche 24 Stunden mit den Kindern zusammen. Man kann sagen, dass dies wirklich ihre Familie ist. Die Jungen haben nach Klasse 10 die Möglichkeit eine handwerkliche Tätigkeit zu erlernen. Bei den Mädchen weiß man noch nicht so genau, wie man mit Ihnen dann umgehen soll. Offensichtlich traut man sich hier noch nicht die traditionellen Rollenbilder zu durchbrechen.
Für jedes Kind ein Namensschild
Den Abschluss des Nachmittags bildet ein ausgelassenes Sport, Spiel und Musikfest. Die Erzieher und deren Leiter lassen sich immer wieder neue Spiele einfallen und wenn es bei den Kindern einmal nicht so klappt, wird halt etwas nachgeholfen. Er gibt an diesem Nachmittag nur Gewinner. Wir sind schnell von der Kinderschar umringt und müssen Bilder machen. Petra gibt einigen Mädchen die Möglichkeit mit ihrer Kamera Fotos zu machen. Ich traue mich das bei den Jungen nicht, sie sind doch ganz schön wild. So entstehen hier viele lebenslustige Bilder.
Die Mädchen stehen Schlange, um durch Reifen zu krabbeln
Das Seil bewegt sich unvorhergesehen und die Jungs müssen drüber springen
Der Chef vom Gästhaus hilft mit beim Tauziehen gegen die Lehrer
Die Jungs wollen von Klaus fotografiert werden
Die Freundinnen posieren für meine kleine Fotografin
Sie tippen mir auf die Schulter, damit meine kleine Fotografin sie auch aufnimmt
Basketball
Der Rektor hilft mal etwas nach
Rainer zeigt, wie das richtig geht mit dem Seilspringen
Was hat Tullamore eigentlich für Attraktionen? – Gute Frage! Das Tullamore Dew Heritage Center, den Grand Canal über den früher Ziegel und Whiskey transportiert wurden und dann?
Bei Einbruch der Dämmerung stellt sich diese Frage nicht mehr. Die Attraktionen sind ganz klar die Pubs:
The Copper Pot
The Bridge House – der Klassiker mit angeschlossenem Hotel
Ich bin nach 2 Jahren mal wieder in Tullamore auf Dienstreise. Diesmal ist auch die große Kamera mit dabei. Nach der Arbeit gehen wir meist irgendwo essen und dann anschließend ins Pub. Heute ist noch ein wenig Freizeit dazwischen und ich nutze die Zeit vor der Dämmerung für eine kleine Foto-Safari. Ich bin allerdings schon so oft in Tullamore gewesen, dass mir mittlerweile alles normal vorkommt und ich brauche eine Weile, bis ich wieder mit „unschuldigen“ Augen sehen kann, was hier anders ist als zu Hause und da fallen mir dann als erstes die Türen wieder auf. Die meisten Häuser haben einen mehr oder weniger grauen Rauputz, aber die Haustüren sind in leuchtenden Farben gestrichen. Wenn mehrere gleichartige Häuser nebeneinander stehen, dann haben die Türen ganz sicher unterschiedliche Farben.
….oder wo man mit dem Segelboot nicht so schnell hinkommt