Eigentlich sollte es gleich am nächsten Tag weiter gehen, aber bereits am Abend zuvor zeigte die Wettervorhersage, dass morgens eine Schlechtwetterfront mit Regen und starkem Wind über uns hinweg ziehen soll.

Als wir früh aus den Kojen kriechen und beim Frühstück sitzen, bewahrheitet sich diese Vorhersage. Auf der Ostsee könnte man nun einfach etwas Zeit abwarten und dann auslaufen. Hier ist das nicht so einfach. Wir müssen unsere Passage des Chenal Nord-Quest de Moléne zwischen Festland und Isle de Quessant so planen, dass wir mit dem Strom durch diese Enge segeln. Damit ergibt sich nur dieses morgendliche Zeitfenster, wenn wir nicht wieder in die Nacht segeln wollen.
Das Auslaufen wird auf den nächsten Tag verschoben und wir werden ab 11:00 Uhr mit schönstem Sonnenschein belohnt. Die Crew verteilt sich zu verschiedenen Aktvitäten an Land.
Ich mache mich mit einigen Anderen am Ufer entlang auf in Richtung Küste mit ihren vorgelagerten Felsbrocken. Es öffnen sich einige Buchten mit Austern-Farmen und karibischem Feeling.
Zum Abend haben wir uns zur weiteren Entschädigung in einem Restaurant am Hafen einen Tisch reserviert.

Nach einer weiteren Nacht in L‘Aber-Wrac‘h geht es am nächsten Morgen weiter. Zunächst müssen wir gegen den Wind aus der Zufahrt motoren und versuchen dann, unter Segeln Richtung WSW zu kommen. Gegen den immer noch laufenden Flutstrom kommen wir in der 3m hohen Atlantikdünung aber kaum voran. Also schieben wir unter Motor weiter bis zu dem Punkt, wo wir Richtung Süd abbiegen können. Nun beginnt auch der Ebbstrom mit zu helfen.

Als wir in der Enge zwischen Festland und Isle de Quessant mit vollem Strom durchsegeln, wird uns klar, warum im Seehandbuch diese Hinweise auf Strrom mit stehen.
Neben uns gibt es etliche Strudel und an der engsten Stelle setzt ein Strom von über 4 Knoten Strom. Unsere Logge zeigt an dieser Stelle kurzzeitig 11,4 Koten über Grund.

Nach der Passage geht es fast vor den Wind, so dass wir eher vor dem Wind kreuzen. Der Genaker bleibt heute aber in der Segellast. Statt dessen haben wir beste Segelbedingungen und die Crew döst teilweise in der Sonne.

Camaret sur Mer ist heute unser Zielhafen. Wir machen an der Außenkante des Hafens fest, da die Glücksburg etwa 3 m Tiefgang hat. Am Tage bedeutet das etwas Unruhe durch die Ausflugsboote, aber Nachts haben wir unsere Ruhe. Im Ort gibt es eine Menge Galerien von örtlichen Künstlern und Künstlerinnen. Am Hafen befindet sich eine lange Straße mit vielen Bars und Restaurants.
Wir nutzen unser frühes Ankommen zu einem ersten Klarschiff an Deck. Morgen geht es unter Motor das letzte Stück nach Brest in die Marina du Château, wo wir dann die Glücksburg für die Übergabe an die nächste Crew fertig machen werden.





