Das Flussbett hoch, am Kaktus links, an den Kaktuszwillingen vorbei und dann in die Schlucht

Schäfchenwolken über einem Berg
Heute ist auch der Himmel dekorativ

Wir haben auf der Dinnerparty gestern den Vorschlag für eine gute Wandertour bekommen. Dafür müssen wir einige Meilen nach Norden zum Slot Canyon. Die Straße führt am Rio Grande entlang durch zahlreiche Pekannuss-Plantagen mit ihren Bewässerungsanlagen.  Ursprünglich kommen die Pekannussbäume aus dem Einzugsgebiet des Mississippi.

Ausgetrocknetes Flussbett
Hier beginnt unser Wanderweg flussaufwärts im ausgetrockneten Flussbett

Mit der Kommot App haben wir eine Rundtour zusammen gestellt. Die App hat sich auch hier sehr bewährt und ersetzt die ganzen Wanderkarten, die man früher so mit sich herum geschleppt hat.  Der Wanderweg ist nicht beschildert, auch der Parkplatz lässt nicht vermuten, was sich hinter dem abgeschlossen Gatter verbirgt, was man überklettern muss, um auf den Wanderweg zu gelangen. Es geht erst einmal in einem trockenen Flussbett bergan, an „Pudding-Fels“ vorbei und dann auf einen Geröllrücken.

Felsen mit vielen Einschlüssen
„Pudding-Fels“ nennt unsere Freundin, diese Art von Gestein, in das viele kleinere Steine eingeschlossen sind, wie Rosinen in einem Pudding

Wir sind begeistert von all den Pflanzen, die in dieser trockenen Umgebung überleben können. Der Weg ist mit kleinen Steinhaufen markiert. An einer Stelle verlieren wir etwas die Orientierung, aber die App bringt uns wieder zurück auf den Pfad. Zur besseren Orientierung Anderer setzen wir erst einmal selbst einen neuen Steinhaufen.

Dann geht’s in ein trockenes Flussbett und über einen weiteren Rücken in das Bett, dass in den Slot Canyon führen soll. Wir folgen dem Weg, der immer enger wird. Dann verschwinden wir in einer Schlucht, die immer tiefer und dramatischer wird. An der tiefsten Stelle ist sie geschätzt etwa 20 m tief und nur etwa 1m breit. Danach öffnet sich der Canyon wieder in das Tal.

Unterhalb des Slot Canyon wird das Flussbett wieder breit
Unterhalb des Slot Canyon wird das Flussbett wieder breit
Rio Grande
Rio Grande

Auf dem Rückweg halten wir noch am Rio Grande, der hier noch ein klein wenig Wasser führt. Jetzt haben wir Hunger und Durst. Für einen kleinen Mittagssnack halten wir deshalb am Blue Moon Saloon an der Straße nach Las Cruces und landen mitten in Filmaufnahmen zu irgendeiner Biker Story. Vor dem Saloon stehen jede Menge Harleys. In unserem Outfit geben wir keine guten Statisten ab. Deshalb sind wir uns mit der Saloon Besatzung, die sehr nett ist, einig, dass wir uns etwas anderes suchen.

Werbetafel am Blue Moon Saloon
Jetzt wissen wir warum die Dinosaurier ausgestorben sind…

Zum Lunch fahren wir nun in die Stadt und gehen in das Matteo, einem Diner, der sich auf Mexikanisches Essen und Getränke spezialisiert hat. Alles ist sehr gut, aber wie in USA üblich viel zu viel. Ein großes Getränk ist ein Liter!

Nach dem Lunch besuchen wir den COAS Buchladen, wo es eine riesen Auswahl von neuen aber auch gebrauchten Büchern gibt. In diesem Laden kann man einen ganzen Tag verbringen.

Den Abend verbringen wir gemütlich im Haus.

Ankommen in Las Cruces

Sandsturm bei Las Cruces
Sandsturm bei Las Cruces

Zum Ankommen in Las Cruces gönnen wir uns erst einmal etwas Ruhe mit Ausschlafen, Bilder bearbeiten und Artikel schreiben. Die beiden Hunde haben sich mittlerweile von der Begrüßungsfreude beruhigt und liegen uns zu Füßen.

Großer Kaktus mit gelben Früchten
Kaktus mit Früchten

Um die Gegend einmal wieder zu erkunden, unternehmen wir eine Wanderung an der Straße in Richtung der Berge. Die Temperaturen sind angenehm, aber es weht ein scharfer Wind. In Richtung Nordwest können wir einen Sandsturm sehen. Wir hoffen, dass er sich nicht weiter zu uns ausweitet.

Geöffnete Kaktusfrucht
Geöffnete Kaktusfrucht

Über West Las Cruces sehen wir ein Feuer mit dickem schwarzen Rauch, der dann in weißen Wasserdampf übergeht. Ein sicheres Zeichen, dass die Feuerwehr einen guten Job gemacht hat.

Eine Seifen-Palmlilie mit Früchten
Eine Seifen-Palmlilie mit Früchten. Aus den Wurzeln lässt sich Seife herstellen. Aus den Blättern können Körbe geflochten werden und zur Not dient sie auch als Viehfutter

Entlang der Straße finden wir einige Yucca-Palmen die geblüht haben und nun Samenstände tragen. Auch ein Kaktus ähnlich dem großen „Schwiegermutter Stuhl“ ist in der Wüste an der Straße zu finden und trägt Früchte. Wir können nicht widerstehen und sammeln einige Samen ein.

Yucca-Palme mit Fruchtstand
Noch eine Art Yucca-Palme mit Fruchtstand

Am Abend haben wir eine wunderbare Dinnerparty mit Freunden aus Las Cruces. Einige haben wir bereits vor 5 Jahren kennen gelernt und es ist ein freudiges Wiedersehen. Morgens hatten wir schon Brotteig angesetzt und so tragen wir zwei frische Brote aus Weizenvollkornmehl mit Lein- und Hanfsamen zur Party bei.

Berge im roten Licht des Sonnenuntergangs
Sonnenuntergang in Las Cruces

Reisetag

Blick aus dem Flugzeugfenster
Von oben ist der Dunst oder Smog über Land in Mexiko gut zu sehen

Heute ist der Reisetag von Querétaro/Mexiko nach Las Cruces/New Mexiko/USA. Wir sind mit Juan, dem Fahrer, bereits um 9:30 Uhr verabredet. Die Küche im Hotel macht aber erst um 9:00 Uhr auf. Deshalb haben wir uns Sandwiches bestellt.

Blick aus dem Flugzeugfenster auf einen großen Fluss
Auf dem Weg nach Dallas können wir einen großen Fluss von oben sehen

Als wir gegen 8:30 Uhr nach vorne gehen, wird uns gesagt, dass sie extra für uns bereits die Küche vorbereitet haben. Das können wir natürlich nicht zurückweisen. Also gibt es doch frisch gemachte Pancakes mit Früchten, Ahorn Sirup und schwarzem Tee, den es seit Mitte der Woche gibt, da wir keinen Kaffee trinken. Das ist eine kleine Sensation, denn wir haben hier nirgendwo in den Geschäften schwarzen Tee finden könnnen! Die Sandwiches bekommen wir als Wegzehrung eingepackt. Wir verabschieden uns ganz herzlich von den Leuten im Hotel. Hier würden wir gerne wieder unterkommen.

Blick aus dem Flugzeugfenster auf das Gate am Flughafen Dallas
In Dallas müssen wir umsteigen zu unserem Weiterflug nach El Paso

Juan ist total pünktlich und steht um 9:25 Uhr vor der Tür. Es geht zum Flughafen und es ist gut, dass wir rechtzeitig da sind. Wir müssen noch unser Gepäck aufgeben und sind noch nicht eingecheckt. Die Formalitäten laufen total entspannt und wir sitzen gegen Mittag im Flugzeug auf dem Weg nach Dallas. Unsere letzten Pesos haben wir am Flughafen vorher noch in Wasser und Kekse investiert.

Blick aus dem Flugzeug auf eine große Windfarm
Auf dem Weg nach El Paso sind in Texas große Windfarmen von oben zu sehen

Rückblickend können wir sagen, dass wir uns in Querétaro sehr wohl gefühlt haben. Das Maß an Kunst und Kultur hier hat uns überrascht, allerdings waren unsere Erfahrungen mit Mexiko bislang begrenzt auf La Paz/Baja California und einem kurzen Trip nach Tijuana.

Während des Fluges fällt uns auf, dass es unten sehr viel Grün gibt und die Flüsse kräftig Wasser führen. In Texas sieht man auffallend viele neue Windkraftanlagen. Gegen Abend landen wir nach Zwischenstopp in Dallas in El Paso und werden dort von unseren Freunden aus Las Cruces abgeholt. Der Unterschied, der uns sofort auffällt, ist die Größe der Autos. Auf dem Parkplatz stehen jede Menge Trucks und wir fühlen uns ganz klein.

Das Fabrikgelände in Hércules

Ein kleiner Buchladen
Der Buchladen Don Quixote in Querétaro

Nach dem Frühstück suchen wir den Buchladen Don Quichote um die Ecke auf. Bei dem Gespräch mit den Kids kam uns die Idee, noch einige Gedanken über Technik, Natur und deutsche Geschichte bei ihnen zu verstärken. Wir erstehen einige Bücher in Englisch und in Spanisch.

Zwei große Wandgemälde: links steht jemand auf einer Hand, rechts eine alte Frau mit Schürze
Mehrere große Wandgemälde zieren die Einfahrt in den Stadtteil Hércules

Danach begeben wir uns nach Millenio. Nun heißt es Abschied nehmen, da sich die Familie auf den Weg nach Mexiko Stadt macht. Ein großes Volleyball Turnier steht an und die Sachen müssen gepackt werden.

Statue an einem Springbrunnen, der außer Betrieb ist
Zwischen Millenio und Hércules liegt der Anfang des alten Aquädukts. Es wird geziert von einer Statue und einem Springbrunnen, den wir jedoch noch nicht in Betrieb gesehen haben

Auf dem Weg zurück in die Stadt biegen wir in die Straße zur alten Fabrik in Hércules ab. Hier hatten wir zwei Tage zuvor einen schönen Abend verlebt und wollen uns das alte Fabrikgelände noch einmal am Tage ansehen. Außerdem kann man im Biergarten auch Essen.

Blick entlang eines Aquädukts
Der Beginn des Aquädukts liegt noch zu ebener Erde. Von hier aus geht es bergab Richtung Altstadt und das Aquädukt sorgt dafür, dass die enthaltene Wasserleitung mit deutlich geringerem Gefälle Richtung Altstadt geführt wird.

Vorher jedoch wollen wir noch einen genaueren Blick auf das Aquädukt werfen, an dem wir sonst immer vorbei gefahren sind. Es wurde im 18. Jahrhundert erbaut und ist 1280m lang. Mit seinen 74 Bögen und einer durchschnittlichen Höhe von 28,5m ist es ein sehr imposantes Bauwerk und gehört mit zum UNESCO Weltkulturerbe der Altstadt von Querétaro.

Ein Mann geht am Logo des Hércules Biergartens entlang
Für Biergarten gibt es anscheinend keine spanische Übersetzung 😉

Anschließend fahren wir weiter in den Stadtteil Hércules und finden auch mühelos die alte Fabrik wieder. Das Gelände erinnert uns an das Faust-Gelände in Hannover. Neben der Brauerei, Veranstaltungshallen und dem Biergarten gibt es dort einige kleine Manufakturen für Nudeln, Brot, Kaffee, Schokolade usw. Im Biergarten wurden zur Dekoration einige alte Maschinen stehen gelassen, was dem Ganzen ein ganz besonderes Ambiente gibt.

Küche in einer alten Industriehalle
Die große Küche des Hércules Biergartens

Wir nutzen die Gelegenheit und erfrischen uns mit einem richtig guten Eis, kaufen Gastgeschenke für unsere nächste Station ein und genießen ein leckeres Mittagessen. Wir probieren einen Käseteller und Ceviche, was wir bislang nur mit Fisch kannten. Hier gibt es das mit Fleisch.

Theke auf einem alten Industriegelände
An dieser Bar gab es während des Konzerts vorgestern die Getränke

Nachdem wir noch kurz im Hotel vorbei geschaut haben, bringen wir das Auto zur Mietstation und geben es zurück. Wenn wir den Gebrauch des Auto Revue passieren lassen, wäre vielleicht der Gebrauch von ÖPNV (mit einer Wochenkarte) und UBER sinnvoller gewesen – ein Hinweis für das nächste Mal.

Blick in die Hércules Brauerei
Blick in die Hércules Brauerei

Auf dem Rückweg zum Hotel gehen wir noch einmal zum Parque Alameda Hidalgo, da wir wissen, dass die Bilder der 100 berühmten Mexikanerinnen nun fertig sind und wir dies gerne noch dokumentieren wollen. Leider ist es mittlerweile etwas dunkel, so dass einige Fotografien etwas verwackelt sind.

Eine Mietstation für Fahrräder
In Querétaro gibt es einige Mietstationen für Fahrräder, auch Radwege sind vorhanden. Trotzdem sind Fahrradfahrer im Straßenbild eher selten

Den Abend lassen wir in einer Bar und Diskothek schräg gegenüber von unserem Hotel ausklingen .

Klaus fotografiert ein Bild
Klaus fotografiert am Park

Über die letzten Tage haben wir noch eine Sammlung von Käfer Bildern angelegt, denn diese sind hier auf den Straßen noch oft anzutreffen.  Der Käfer wurde von VW in Mexiko noch etliche Jahre gebaut, so dass sie hier deutlich häufiger noch fahren als bei uns und teilweise auch noch in gutem Zustand sind.

El Cerrito und Parque 2000

Gepflegtes Gelände mit Agaven und Pyramide im Hintergrund
Das Gelände von El Cerrito

Ursprünglich hatten wir eine Fahrt nach San Miguel Palmas vorgehabt, aber dahin sind es etwa 3 Stunden Fahrt und die Kids müssen gegen 14:30 Uhr aus der Schule abgeholt werden. Davon hätten wir dann nicht viel. Deshalb starten wir heute den zweiten Versuch mit der Pyramide El Cerrito.

Wieder einmal sind wir fast die einzigen Besucher, da es in der Woche und außerhalb der Saison ist. Das Gelände ist äußerst gepflegt und hat neben der Pyramide und den umgebenden Ausgrabungsstätten ein kleines Museum. Wir begeben uns erst einmal zur Pyramide und bestaunen dabei auch die ganzen Pflanzen, Blüten, Bienen und Kolibris.

Pyramide mit den Resten eines spanischen Gebäudes
Die jetzt eher kahl wirkende Pyramide war ursprünglich mit einem Putz bedeckt, der in rot, ocker und blau bemalt war und war vermutlich weitaus eindrucksvoller als heute

Die Pyramide war vor ihrer Ausgrabung ein Berg, auf dem sich der Besitzer eine Hacienda baute. Damit hat er eigentlich dasselbe gemacht, was auch die Erbauer gemacht haben. Ursprünglich stand dort ein Tempel.

Betreten verboten
Betreten verboten

Heute kommt man nicht mehr auf die Pyramide, da durch das Besteigen die Stufen in Mitleidenschaft gezogen werden. Von da oben hat man bestimmt einen wunderbaren Blick. Unterhalb der Pyramide befinden sich verschiedene Zeremonien Plätze, die Altäre und Tempel drumherum hatten. Die genaue Funktion dieser Strukturen erschließt sich uns leider nicht, da es keinen Guide gibt. Es gibt ein paar Infotafeln in spanischer Sprache, die wir uns mit dem Google Übersetzer dolmetschen lassen.

Kleiner Kopf im Museum
Kleiner Kopf im Museum

Im Museum findet sich eine Ausstellung über die Historie und über die Handelsbeziehungen der Angehörigen des teotihuacánisch–toltekischen Kulturkreises. Es handelt sich um riesige Entfernungen (etwa 2,5 Flugstunden nach Norden und nach Süden.

Ein kleiner Laden in der Nähe der Markthalle mit Tortillamaschine
Ein kleiner Laden in der Nähe der Markthalle mit Tortillamaschine

Danach lassen wir uns wieder am Hotel absetzen und gehen zu Fuß etwa 4 km zum Parque 2000. Dabei kommen wir durch ärmere Stadtviertel als des Centro Historico oder Millenio, aber wir fühlen uns nicht unwohl. Die Bewohner grüßen freundlich und man sieht, dass sie alle mit den vorhandenen Mitteln das Beste aus ihrer Umgebung machen. Wir hätten auch mehr Bettler erwartet, aber die sehen wir hier nicht.

Mann auf einer Leiter arbeitet an Stromkabeln
Arbeitssicherheit auf mexikanisch

Der Parque 2000 entpuppt sich als Sportpark. Auf dem Gelände befinden sich ein Schwimmbad, verschiedene Sporthallen und -plätze. Überall auf dem Gelände wird Sport getrieben auch der Weg um den Stausee im Park wird als Laufstrecke genutzt und hat Entfernungsmarkierungen. Als einfache Besucher und Spaziergänger kommen wir uns richtig unsportlich vor.

Sechsspurige Straße durch Querétaro
Trotz großer Straßen staut sich der Verkehr zur Rush Houre in Querétaro

Für den Weg zurück zum Hotel wollen wir eine Busverbindung nutzen. Die Moovit App verrät uns auch die Buslinien, die wir nehmen müssen. An der Bushaltestelle sprechen wir mit einer Mexikanerin und erfahren, dass man im Bus nicht bezahlen kann, aber sie weiß auch nicht, wo man die Tickets kaufen kann. Das ist nicht besonders benutzerfreundlich für Externe. Also bleibt uns nichts anderes übrig, als den Rückweg auch zu Fuß anzutreten.

Für den Abend machen wir ein Abschlussessen mit der Familie in Millenio. Dazu treffen wir uns mit ihnen im Restaurant „El Gourmet“. Das Essen ist sehr gut und wir reden viel mit den Kids über ihre Erfahrungen.