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Los Carneros de Tigaday

Heute morgen regnet es tatsächlich auf unserer Terrasse. Einzelne Wolken schaffen den Weg zu uns und dann ist wieder strahlende Sonne. Wir verlegen das Frühstück lieber nach drinnen.

Auf dem Programm steht heute der traditionelle Karneval in Tigaday. Aber vorher wollen wir noch einige Bademöglichkeiten erkunden. Dazu machen wir uns noch einmal auf den Weg zum SW-Zipfel von El Hierro. Über Nacht hat es kräftig geweht und wir sind uns nicht sicher, ob nicht der Seegang an den verschiedenen Stellen zu hoch ist. Zunächst sind wir überrascht über den ’starken‘ Verkehr auf dieser sehr engen und teilweise nur einspurigen Strecke an der Bahia de los Reyes. Es ist eben Sonntagsausflug für viele und die Strecke hat wirklich etwas einmaliges.

Direkt am Meer gibt es mehrere Vulkankegel, die für das schwarze Lavafeld an der Küste verantwortlich sind. Auch hier fallt die Küste größtenteils steil ins Meer. Trotzdem finden wir am Ende einer Schotterstraße einen feinen Lavastrand. Da über uns Wolken immer wieder die Sonnen verschatten und das Wasser nicht gerade warm ist, belassen wir es bei einem Päuschen auf den warmen runden Steinen. Weiter an der steilen Küste treffen wir auf tiefe Einschnitte und Bögen, die das Wasser in den Basalt gespült hat.
Dann wird es Zeit sich in Richtung Tigaday zu begeben, da gegen 17:00 der Zug der Carneros beginnen soll. Zug ist das falsche Wort.
Eine wilde Horde Carneros, als Hammel, Hexen bzw. Hexer verkleidet, treibt in der Hauptstraße ihr Unwesen. Vor allem die Jungen und Mädchen werden gejagt , damit ihnen das Gesicht geschwärzt wird und zwar mit Schuhcreme. Am Ende bekommt jeder seine schwarze Farbe ins Gesicht, wir natürlich auch. Nur einige Jungs, offensichtlich Fußballer, haben es darauf angelegt, nicht von den Carneros eingefangen zu werden. Geschickt schlagen sie immer wieder schnelle Haken. Ansonsten kann man das ganze ein ziemlich derbes Vergnügen nennen, bei dem aber alle ihren Spaß haben.
Die Schuhcreme bekommt man übrigens gut wieder ab.
Nach Aqaba!
Nein, wir werden heute nicht mit kriegerischen Absichten aus dem Wadi Rum nach Aqaba aufbrechen.

Wie befürchtet, hatten wir eine unruhige Nacht. Es war sehr warm in den Zelten und zusätzlich wurden wir in Ermangelung eines Mückennetzes von diesen kleinen Viechern gepiesackt. Sie ließen sich selbst von Autan Tropical nicht beeindrucken. Also müssen wir das nächstemal doch wieder das Reisenetz mit Tauwerk einpacken.

Bevor wir das Wadi Rum verlassen, halten wir noch einmal an der Aqaba-Bahn. Am Bahnhof steht ein alter Zug mit einer Dampflok

Unser Reiseleiter erzählt uns, dass mit ihnen die Szenen aus Lawrence von Arabien nachgespielt werden. Wir haben die Möglichkeit, auf Ihnen herumzuklettern und zu fotografieren.

Wir nähern uns Aqaba von Osten in dem Tal eines trockenen Flussbettes, das bei Regen im Wadi Rum große Wassermassen führt, allerdings kommt dies heute nicht mehr oft vor. Lawrence mit seinen arabischen Kämpfern hat sich nach dem Durchqueren der Nefud Wüste Aqaba damals von Norden genähert. Der Ausgang dieses Überraschungsangriffes ist bekannt.

Heute ist Aqaba der Hafen von Jordanien. Durch die Einrichtung einer Freihandelszone hat sich auch viel Industrie und Handel hier niedergelassen.

Da man in Jordanien den Wert des Tourismus sieht, versucht man derzeit die Hafenanlagen weiter südlich aufzubauen und die alten Anlagen zu einem Kreuzfahrt-Terminal umzugestalten. Da haben wir sie also wieder – Die Kreuzfahrer – 😉
Wir gehen direkt nach der Ankunft erst einmal schnorcheln und machen anschließend die Gassen des Suq unsicher.
Wandern in Petra

Heute steht eine Wanderung oberhalb vom Siq auf dem Plan. Bereits bei den Blockgräbern verlassen wir den normalen Weg und steigen auf. Der Pfad ist gut befestigt und führt durch skurrile Felsformationen.

Unser Reiseleiter erzählt uns, dass es sich bei diesem Weg auch um einen Prozessionsweg handelt. Überall sind Nischen in den Fels gehauen, in denen sich teilweise Gedenksteine befinden oder die Platz finden für mobile Gedenksteine. Die Nabatäer hatten keine Götterfiguren, sondern Gedenksteine und jeder Klan hatte seinen eigenen Gott, den er verehrte. Ich vermute die Tradition mit den mobilen Gedenksteinen stammt aus der Nomadenzeit der Nabatäer.

Der Weg führt am Ende zum Opferplatz der Nabatäer. Unser Reiseleiter berichtet, dass auf mehreren Hügeln um Petra herum Opferplätze waren, aber dieser ist von seiner Größe und seinem Blick auf die Stadt eindeutig der Wichtigste gewesen. Geopfert wurde als Brandopfer. Vermutlich hat dies so wie im Alten Testament beschrieben stattgefunden.

Auf dem Weg hinunter ins Tal können wir wieder Beispiele der Wasserbaukunst bestaunen. Ein Netz aus Wasserleitungen, Staumauern und Sedimentierbecken durchzieht die Berge. Leider ist vieles zerstört und nicht wieder aufgebaut. Dies ist sicher auch ein Grund für die Trockenheit dieses einstmals so fruchtbaren Tals.

Wir kommen vorbei an dem sogenannten Gartengrab, welches um 1840 noch grün war und heute trocken ist. Dicht dabei ist das Römergrab. Das Römergrab geht zurück auf die Zeit der Nabatäer, wurde aber später von den Römern weiter verwendet. Davon zeugt die Statue eines ranghohen römischen Soldaten über dem Eingang.
Hier trennt sich die Gruppe. Ein Teil möchte noch die etwa 900 Stufen zum sogenannten ‚Kloster‘ hochsteigen und die anderen möchten zurück zum Hotel. Bevor wir den Aufstieg zum ‚Kloster‘ in Angriff nehmen, stärken wir uns noch bei einem alten Beduinen, der auf der Rückseite des Hügels mit der Kreuzritterburg ein kleines Café betreibt.

Der Aufstieg zum ‚Kloster‘ setzt dann einiges an Durchhaltevermögen voraus. Klar gibt es immer wieder Angebote auf die Hilfe von Eseln zurückzugreifen aber wir bleiben hart. Belohnt werden wir durch eine eindrucksvolle Fassade und ein in den Fels hineingebautes Café. Wir liegen im Schatten auf Polstern mit Teppichen und genießen unseren Tee mit Zitrone.

Wir brechen nach einiger Zeit wieder auf zum Rückweg. Da es jetzt schon gegen drei Uhr ist, ist ein großer Teil des Weges im Schatten. Trotzdem freuen wir usn schon auf den Swimmingpool im Hotel, der sich direkt vor unserem Zimmer befindet, Langsam fühlen wir uns in Petra schon richtig zu Hause.
Unterwegs haben wir diesmal viele Tiere gesehen. Hier eine kleine Auswahl:
Petra in Petra

Wir haben die Nacht in Wadi Musa verbracht und gehen heute nach Petra. Der Eingang zum Gelände liegt nur wenige Minuten zu Fuß vom Hotel entfernt. Eigentlich ist jetzt Hochsaison, aber es ist absolut nichts los. Unser Reiseführer erzählte uns, dass bereits 10 Hotels in Wadi Musa schliessen mussten.

Die Gründung der Stadt geht zurück auf die Nabatäer, die eigentlich ursprünglich ein Nomaden-Volk waren, aber schnell gemerkt haben, dass man mit Handel zu Reichtum kommen kann. So handelten sie mit allem, was in der damaligen Zeit teuer war, wie Weihrauch, Myrrhe und Gewürzen. Dies brachte viele Einflüsse zum Beispiel aus Griechenland, Rom und Mesopotamien nach Petra.

Als die Macht der Römer im Nahen Osten immer stärker wurde und sie über Ägypten den Zugang zum Roten Meer hatten, drängten sie die Nabatäer zurück und veranlassten diese, die Stadt aufzugeben und wieder in ihr altes Nomaden-Leben zurück zu kehren.

Die Römer haben die Stadt dann noch einige Zeit genutzt, aber dann fiel sie in Vergessenheit und wurde nur von wenigen Menschen bewohnt, in den letzten Jahrhunderten vornehmlich von Beduinen, die aus dem nördlichen Sinai stammen. Um 1812 wurde sie von dem Schweizer Johann Ludwig Burckhardt wieder entdeckt und ein englischer Lithograph David Roberts hat um 1840 wunderbare Lithographien von den Überresten angefertigt.

Vom Besucherzentrum am Eingang kann man sich per Pferd oder Kutsche direkt bis zum Schatzhaus fahren lassen, aber wir gehen natürlich alle zu Fuß. Vorbei an den Blockgräbern geht es in den Siq, eine enge beeindruckende Schlucht, die der Zugang zu Petra ist. Sie ist gesäumt von zwei Wasserleitungen, die einen Teil der Wasserversorgung darstellten. Am Ende des Siq steht man unvermittelt vor dem ‚Schatzhaus‘. In Wirklichkeit war es ein Königsgrab, aber in den Köpfen der Leute hatte sich die Vorstellung eingenistet, dass es sich um eine Schatzkammer der Pharaonen handeln müsse. Entsprechend wurde natürlich kräftig Schatzsuche betrieben und vieles zerstört.

Bis 1984 lebten in Petra teilweise auch in den alten Grabkammern die Beduinen. Als Petra dann in das Weltkulturerbe aufgenommen wurde, wurden sie umgesiedelt und erhielten im Gegenzug das Recht mit Eseln/Maultieren, Kamelen und Verkaufsständen hier Geld zu verdienen.

Von der ‚Schatzkammer‘ geht es dann durch ein kürzeres Stück Schlucht in die Fassadenstraße. Hier reiht sich eine Grabfassade an die nächste und öffnet sich dann zum Talkessel, in dem die eigentliche Stadt war. Oberhalb der Stadt befinden sich dann noch die sogenannten Königsgräber.

Die Römer haben dann später eine lange Säulenstraße mit mehreren Tempeln und einem Temenostor angelegt.

Oberhalb der Säulenstraße wurde zu byzantinischer Zeit auch eine Bischof-Kathedrale angelegt. Sie verfügte über umfangreiche Mosaike, wurde aber durch ein Feuer zerstört.

Nach dem Mittag löst sich die Gruppe ein wenig auf und wir wandern um die alte Kreuzritterburg, die hoch auf einem Berg gebaut ist herum, um dann langsam zurück zum Besucherzentrum zu bummeln. Dort erstehen wir noch zu einem guten Preis die Nachdrucke der Lithographien, ein Buch darüber und ein kräftig bebildertes Buch über Petra.















































































