
Heute wecken uns die Handwerker auf dem Dach gegenüber. Offensichtlich muss das Dach gegenüber erneuert werden und so rücken die Dachdecker gegen 7:00 Uhr an, um die Dachkonstruktion noch vor dem Wochenende zu entfernen. Begleitet von der Musik von Hämmern und brechenden Dachlatten stehen wir auf und frühstücken.

Wir wollen heute in unserem Viertel die vielen Second Hand Läden erkunden und gegebenenfalls etwas erstehen. Dazu beginnen wir mit dem chinesischen Second Hand Mode-Laden gleich nebenan. Das Angebot entspricht aber nicht dem gesuchten Stil. Dann finden wir einige Läden, die eher Herbstmode auf der Stange haben. Eine Straße weiter hat sich vor einem Pop-Up-Laden eine lange Schlange gebildet. Wir sind natürlich neugierig, was es hier gibt – chinesische E-Lastenräder der Marke „Windgoo“ – damit hatten wir nicht gerechnet.

Zu guter Letzt finden wir noch einen Laden, in dem gebrauchte Designer Mode verkauft wird. Es sind einige schöne Stücke darunter, aber wir finden auf den Stangen auch T-Shirts mit Löchern und Farbflecken, für die immer noch kräftige Preise aufgerufen werden. Auch die anderen Stücke sind nicht gerade billig. Wir lernen aber, dass diese Stücke Vintage und damit etwas wert sind. Wir müssen wohl unseren Umgang mit Altkleidern etwas überdenken.

In einer Nebenstraße stolpern wir dann über die Fondation Henri Cartier-Bresson mit einer Ausstellung von 23 S/W-Fotografien, die per Video von Kunstexperten besprochen werden, sowie einer Ausstellung mit dem Titel „Liebesbriefe an die Fotografie“ von Daido Moryama, einem japanischen Fotografen, der sich mit den Anfängen der Fotografie auseinander setzt und einen Fotograf bzw. Filmemacher namens Eboro von der Elfenbeinküste mit der Ausstellung „Strandnächte“ mit eindrucksvollen Fotos und einem Film mit einer ganz eigenen Ästhetik.

Zu Mittag gibt es heute griechisches Essen auf der Straße mit dem angeblich besten Moussaka von Paris. Na ja, es schmeckt, aber die Goldmedaille würde wir nun nicht vergeben. Ganz in der Nähe gibt es noch einen Mailbox-Laden und wir spielen mit dem Gedanken, auch von Paris aus ein Paket nach Hause zu schicken. Wir lernen aber Paris ist nicht gleich Brest. Ein Paket kostet über 50€ und das ist es uns nicht wert. Zu einer kleinen Pause zieht es uns nun zurück in unsere kleine Wohnung.
Danach ziehen wir noch einmal los zum Musee des Arts et Metiers. Das Museum entpuppt sich als ein Technikmuseum, in dem alle möglichen Messinstrumente und ihre Entwicklung, sowie die Entdeckung und Herstellung von neuen Materialien gezeigt werden. Auch die Entwicklung der Baukonstruktion, Nachrichtentechnik und des Verkehrs werden hier ausgestellt.

Wir beginnen bei der Messtechnik im Dachgeschoss und es ist sehr warm dort. Für Mess- und Regelungsingenieure aber immer wieder spannend zu sehen, wie sich die Geräte und Verfahren entwickelt haben.

Kurz vor dem Schließen des Museums landen wir noch in der ehemaligen Kirche, die heute Ausstellungshalle für die großen Objekte, wie erste Flugzeuge, Automobiloldtimer und ein langes Foucaultsches Pendel.

Danach sind wir reif für das Sofa in unserem Apartment. Nach einer Pause raffen wir uns nochmal auf für eine Abendaktivität. Unser Vermieter hatte uns den Tipp gegeben, dass es auf dem Dach des Hotel National des Arts et Metiers eine tolle Bar geben soll. Wir werden nicht enttäuscht. Zunächst ist zwar ein ganz leichter Nieselregen, aber dann wird es trocken und die Bewölkung reißt auf. Es ergibt sich ein wunderbarer Blick über die Dächer von Paris.