Bootstour nach Camaret sur Mer

Heute geht es nach Camaret sur Mer, ein Ort in dessen Hafen Klaus vor einigen Tagen noch mit der Glücksburg gelegen hat. Hierzu haben wir uns Karten für das Ausflugsboot von Brest besorgt. Wir sollen eine viertel Stunde vor 11:00 Uhr am Anleger sein. Wir sind rechtzeitig da und am Kai warten bereits eine Menge Ausflügler.

Das Boot fährt dicht an der Südkante der Goulet de Brest entlang und wir werden auf die Befestigungen aus allen Jahrhunderten seit Ludwig dem XIV bis zum zweiten Weltkrieg hingewiesen. Nach dem Festmachen in Camaret haben wir bis 15:00 Uhr Zeit den Ort zu erkunden. Wir begeben uns erst einmal zum Yachthafen, der an der Festungsinsel liegt, die mit einem Damm mit dem Festland verbunden ist. Auf der Insel gibt es neben der Festung auch eine Kapelle, die wir besuchen. In der Kapelle befinden sich einige Stiftungen von Fischern, die dem Tod auf See entkommen sind.

Danach streifen wir durch den Ort, aber fast alle Galerien, die auch schon vor einigen Tagen Abends geschlossen hatten, haben zu, diesmal wegen Mittagszeit. Nur die Restaurants und Andenkenläden an der Kaikante haben auf. Zu guter Letzt gönnen wir uns einen Tee in einem Café in Sichtweite des Ausflugsbootes. Fünf Minuten vor 15:00 Uhr gehen wir als letzte an Bord. Die Crew möchte offensichtlich gerne weiter durch den Chenal du Toulinguet vor Camaret. Dort fliesst eine starke Tidenströmung. Als wir in die Bucht dahinter gehen, werden wir von einem Delfin verfolgt. Die Freude bei den Passagieren ist groß und alle stürzen mit Kamera oder Handy bewaffnet auf eine Seite. Zum Glück liegt das Ausflugsboot sehr stabil.

Am  Pointe de Pen-Hir kommt uns die ‚Recouvrance‘ entgegen. Die ‚Recouvrance‘ ist der Nachbau eines Topsegelschoners aus Brest, die heute als „Botschafterin“ von Brest fährt. Auf ihr kann man kurze Tagestörns aber auch dreitägige Touren zu den Inseln vor der Bucht von Brest buchen.

Vom Pointe de Pen-Hir geht es um die Felsen herum hinüber zum Phare du Petite Minou. Das Wetter meint es auch heute wieder sehr gut mit uns. Von dort geht es zurück an der Nordkante der Goulet de Brest. Auch hier sind viele Festungen zu sehen. Der Goulet de Brest ist übrigens 35m tief, so dass er auch mit U-Booten durchtaucht werden könnte. Höchstwahrscheinlich gibt es hier auch eine Unterwasserüberwachung.

Nachdem wir wieder im Hafen von Brest sind, genehmigen wir uns in unserer Unterkunft eine Teatime mit bretonischem Kuchen auf dem Balkon. In den letzten Tagen fiel uns immer wieder ein Geruch nach Bohnen auf. Beim Brainstorming finden wir heraus, was bzw. wer für den Geruch im Hafen verantwortlich ist. Es ist die Firma Bunger, die im Hafen eine Soja-Mühle und -Presse betreibt.

Danach gehen wir zum Schmökern in den große Buchladen an der Rue de Siam. Wie üblich wollen wir uns auch aus diesem Urlaub ein Kochbuch mit örtlichen Rezepten mitbringen. Da Frankreich auch bekannt für Comics ist, müssen wir sehr auf das Gewicht achten. Das muss alles mit nach Hause gebracht werden.

Abends zieht das angekündigte kräftige Gewitter die Bucht in Richtung Westen an Brest entlang. Wir bekommen den Wind und etwas Regen ab und können die spektakuläre Wolkenbildung bewundern.

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