Da wir durch die Nacht gehe wollen, laufen wir erst am späten Vormittag aus Kinsale aus. Die Tage davor haben wir relativ häufig den Motor zur Unterstützung genutzt und machen an der Tankstelle auf der anderen Flussseite fest. An- und Ablegen im Strom bei engen Verhältnissen ist nicht ganz einfach, aber wir sind hier ja auf einer Ausbildungsyacht. Alles klappt und wir verlassen den Fluss Richtung See.

Bei mäßigem Wind geht es mit unserer Standardbeseglung, Großsegel und Genua 3, hoch am Wind die irische Küste Richtung Süden. Es ist ein zähes Ringen, aber alle wollen einmal diesen ikonischen Leuchtturm auf dem südlichsten irischen Felsen sehen.
Den Fastnet Rock erreichen wir nach Sonnenuntergang. Die gesamte Crew ist an Deck und versucht die Scenerie mit mehr oder weniger Erfolg bei wenig Licht in Fotos oder Videos festzuhalten und alle freuen sich, dass uns gelungen ist den Rock zu runden.
Nun müssen wir uns mit dem Verkehrstrennungsgebiet (VTG) und dem Weg zu den Scillys auseinander setzen. Der Kurs nördlich des VTG ist genau vor dem Wind und ohne ungewollte Halse bei der See kaum zu halten. Also segeln wir vor dem VTG erst einmal Südkurs und drehen dann auf Kurs SO. Erstaunlicherweise ist im VTG garnichts los, wir sind hier ganz alleine.

Die Kalkulation zeigt, dass wir über 24 Stunden bis zu den Scillys brauchen, also bis in die nächste Nacht. Die Einfahrt in die Gewässer der Scillys bei Nacht ist keine gute Idee. Der Kurs wir so gewählt, dass wir nördlich der Scillys segeln und dann im Osten einige Schleifen bis zu Sonnenaufgang drehen.


Nach dem morgendlichen Einlaufen in die Süd-Bucht vor Hugh Town auf St. Mary’s suchen wir uns einen Ankerplatz und machen erst einmal Frühstück und Klarschiff. Ein Tour mit zwei Nachtpassagen liegt hinter uns.
Das Nachmittags- und Abendprogramm ergibt, dass wir ein Transfervehikel zum Strand brauchen. Also machen wir das Schlauchboot mit Aussenborder bereit. In zwei Fuhren wird die Landcrew zum Strand gebracht und das Dingi mit vereinten Kräften über die HW-Grenze getragen.
Hugh Town ist eine erstaunlich lebendige kleine Stadt an einer etwa 500m breiten Verbindung zwischen der nördlichen und südlichen Ankerbucht. Die nördliche Bucht hat aucheine Anlegebrücke für die Fähre, die die Inseln mit dem Festland verbindet. Oben auf der Höhe gibt es zwei Castel, von denen aus die Inseln verteidigt werden konnten. Frankreich war nicht weit weg, aber heute hat man einen schönen Blick auf die südliche Ankerbucht, in der die ‚Glücksburg‘ in der Sonne dümpelt.
Für das Baden ist mir das Wasser zu kalt, obwohl es freiwillig und unfreiwillig von jemanden ausprobiert wird. Morgen wollen wir in einem Tagestörn von den Scillys nach Falmouth.








