Wir sind heute morgen sehr frueh um 4 Uhr aufgestanden, um kurz nach 6 Uhr via Amsterdam nach Bristol zu fliegen. Fuer uns hat das alles gut geklappt. Ein anderer Teil unserer Gruppe hatte jedoch den Flug ueber Bruessel gebucht. Der Flug wurde gestrichen und so blieben sie erst einmal in Hannover sitzen. Von dort wurden sie umgebucht und mussten ueber Paris nach Amsterdam fliegen, um von dort aus mit 5 Stunden Verspaetung auch endlich nach Bristol zu gelangen.
Ein Fuchs mitten in der Stadt
Wir durften uns in der Zwischenzeit bei unseren Gastgebern erholen. Als wir mit dem Auto in die Straße einbiegen, in der wir die naechsten Tage wohnen werden, liegt scheinbar ein struppiger Hund mit spitzer Schnauze und roetlichem Fell auf der Straße. Jedenfalls denken wir im ersten Moment an einen Hund, was soll das hier mitten in der Innenstadt von Bristol auch sonst sein? Er schaut uns interessiert an, aber macht keine Anstalten, sich in Sicherheit zu bringen. Unser Gastgeber Andrew erklaert uns, dass es ein Fuchs ist, der hier in der Stadt lebt und dass das ganz normal ist. Naja, fuer mich ist das nicht normal. Ich schraube mein Tele auf die Kamera und gehe erst einmal fotographieren.
Der Fuchs humpelt davon
Als ein weiteres Auto kommt, das ihm nicht auszuweichen scheint, steht er dann auf und bringt sich langsam humpelnd in Sicherheit. Gesund wirkt er nicht. Ob das am Stadtleben liegt? Oder lebt er in der Stadt, weil er krank ist?
Gestern kam nun auch das Programm unserer Reise. Das erhöht auf jeden Fall die Vorfreude. Natürlich ist der obligatorische Empfang beim Buergermeister wieder dabei. Ich freue mich da schon auf den ‚Lady’s Powder Room‘.
Darüber hinaus werden wir ein neues Museum in Bristol besuchen, eine Cider Farm und einen Vergnügungspark. Besonders witzig fand ich, dass für jedes Event der Dress Code angegeben ist: Von Smart Casual für den Empfang beim Bürgermeister über Casual für den Besuch der Farm bis hin zu ‚Self made Toga‘ für die besagte Party. Da kann nichts schief gehen, nicht so wie bei der Einschulung, die wir vor ein paar Tagen miterleben durften, auf der einige Mütter im Strandkleidchen erschienen sind.
Untergebracht sind wir bei denselben Gastgebern wie beim letzten Mal. Wir freuen uns auf das Wiedersehen.
Demnächst steigen wir mal wieder in den Flieger. Es geht für ein verlängertes Wochenende nach Bristol. Dies ist nicht unser erster Besuch dort. Hannover und Bristol sind durch eine Städtepartnerschaft verbunden und so hatten wir schon öfter die Gelegenheit, diese schöne Stadt zu besuchen. Untergebracht sind wir diesmal, wie auch die letzten Male, privat. Wir haben also schon eine kleine Selbstdarstellung geschrieben, damit man vor Ort die passenden Gastgeber für uns aussuchen kann. Wir lassen uns überraschen.
Sari Anprobe
Genauso gespannt sind wir auf das Programm. Bislang ist nur durchgesickert, dass wir den ersten Abend Essen gehen werden und am zweiten Abend zu einer Toga-Party eingeladen sind. Daraufhin setzte in unserer kleinen Reisegruppe eine hektische E-Mail Konversation ein, was das um Himmels willen ist und wie wir uns kleiden werden. Bislang habe ich gelernt, dass die Toga-Party aus Studentensitten in den USA stammt und dass man sich vorzugsweise in Bettlaken kleidet. Ich habe beschlossen, davon etwas abzuweichen und einen meiner Saris aus Indien wieder zu Ehren kommen zu lassen – das römische Reich war schließlich groß und hatte bestimmt auch Besucher aus anderen Reichen 😉
Andere haben sich mittlerweile entsprechende Karnevalskostüme im Internet bestellt. Der Organisator versucht noch immer, einheitliche Lorbeerkränze für alle zu kaufen und einige hadern immer noch mit der Idee sich zu verkleiden. Es bleibt also spannend.
Nachdem wir unsere Koffer gepackt haben und ich bereit bin für den Flughafen, haben wir noch drei Stunden Zeit. Wir fahren aus Cudillero auf der einzigen Straße diesmal nach oben über den Berg hinaus. Dort treffen wir auf etliche sehr schöne Häuser, leider sind jedoch viele verfallen. An einer gewaltigen Kirche halten wir an. Da wir gerade nichts besseres zu tun haben, besichtigen wir die Kirche. Sie ist sehr gepflegt, wirkt nicht so historisch gewachsen, sondern durchgeplant als Gesamtkunstwerk. Gegenüber auf der anderen Straßenseite steht ein Schloss. Einem Faltblatt aus Cudillero entnehmen wir, dass hier einige bedeutende Kunstwerke zu sehen sind, aber das Museum ist am Wochenende geschlossen und uns bleibt nur der Blick durch den Zaun.
In der Altstadt von Avilés
Wir beschließen, die verbleibende Zeit zu nutzen und uns die Innenstadt von Avilés anzusehen. Die Stadt ist umgeben von Industriegebieten und großen Mietshäusern der letzten Jahrzehnte. Wir fahren auf Glück in die Richtung, in der wir die Altstadt vermuten und landen ganz erfolgreich in der Innenstadt. In einem Parkhaus lassen wir unser Auto und laufen dann immer der Nase nach, bis wir die Altstadt gefunden haben. Die Häuser haben Arkaden, so dass sich auch bei Regen im Trocknen einkaufen lässt. Einige sehr herrschaftliche Häuser stehen dazwischen, sowie Rathaus und Kirche. Am heutigen Samstag sind Hochzeiten angesagt. Vor der Kirche wird die Braut mit langem weißem Schleier vom Brautvater geleitet. Vor dem Rathaus sorgt eine andere Hochzeitsgesellschaft für kräftigen Lärm und lässt es gewaltig knallen. Anscheinend ist das normal, wir sind wohl die einzigen, die sich erschrecken.
Zum Flughafen brechen wir rechtzeitig wieder auf, da wir vermuten, dass auch hier die Beschilderung in der Stadt nur mäßig hilfreich ist und wir wahrscheinlich erst eine Weile suchen müssen, um ein Hinweisschild zum Flughafen zu finden. So kommt es dann auch, da hilft uns nur der Orientierungssinn, die Landkarte, um zu schauen, welche Orte in welcher Himmelsrichtung liegen und die Ruhe bewahren.
Mein Rückflug geht wieder über Palma. Dort habe ich den Eindruck, schon fast in Deutschland zu sein. Klaus fährt mit dem Auto zurück auf der Autobahn nach Viveiro.
Die Luft ist heute morgen deutlich kühler. Über See steht eine Nebelbank. An Land scheint die Sonne. Wir wollen heute möglichst nahe an den Flughafen Oviedo kommen, um morgen nicht mehr so lang fahren zu müssen. Der Flughafen liegt entgegen dem Namen nicht in der Nähe von Oviedo, sondern in der Nähe von Avilés an der Küste.
Playa San Romana
Unser erster Stopp ist der Strand von San Romana. Dort sind wir ganz allein. Der Strand hat zwar die übliche Infrastruktur: Unterstand, Dusche usw., aber er ist voll mit dem Müll des Meeres und wirkt dadurch auf den ersten Blick nicht so attraktiv. Ganz schön sind jedoch die Felsen, die bei dem auflaufenden Wasser genau in der Brandungszone liegen.
Höhle am Playa As Castrais
Unser nächstes Ziel ist der Strand As Castrais. Dort hat die See aus der felsigen Steilküste interessante Formationen gespült. Bei Hochwasser ist der Strand vollständig überflutet. Deshalb beeilen wir uns, um noch rechtzeitig dort zu sein. Vom Strand aus, sind etliche Höhlen zugänglich, die eine kathedralenertige Form haben. Wir gehen tief in die Felsen hinein, überall tropft das Wasser aus den Steinen. Wir können noch viel sehen, aber bekommen auch schon an einigen Stellen nasse Füße. Der Strand ist gut besucht und zu recht eine größere Touristenattraktion. Wir nutzen die Pause zu einem Picknick. Ein kleines Stück weiter östlich halten wir noch einmal am Playa Del Castro. Hier hat die See ganze Torbögen aus den Felsen gespült. Jetzt fängt der Nebel an, die Küste zu erobern. Große Schwaden treiben über Land.
Der Hafen von Luarca
Vor Ribadeo fahren wir auf die neue Autobahn, um nicht den Umweg über das Landesinnere machen zu müssen. Wir sind uns auch nicht ganz sicher, ob die Straße passierbar ist, da die schweren Regenfälle einige Straßen unpassierbar gemacht hatten. Danach verlassen wir sie wieder, um weiter auf der Nationalstraße zu fahren. Kurz vor Luarca biegen wir ab und fahren über winzige Straßen hinab zu dem Ort. Von oben schauen wir in die tiefe Schlucht, in der der Ort liegt. Wir schlängeln uns die Straßen hinunter und suchen den Weg zum Hafen. Der Nebel ist hier so stark, dass wir manchmal nicht sehen, was unter uns ist. Als erstes landen wir am Leuchtturm, der mit seinem Nebelhorn kontinuierlich tutet. Daneben befinden sich Kapelle und Friedhof. Zusammen mit den Nebelschwaden wirkt das sehr morbide. Am Hafen stellen wir das Auto ab und gönnen uns einen Kaffee. Die Stadt liegt wie ein Amphittheater um den Hafen herum und hat eine ganz besondere Atmosphäre.
Cudillero bei Sonnenuntergang
Unser letztes Ziel für heute ist Cudillero. Hier wollen wir über Nacht bleiben. Die Anfahrt gestaltet sich schwierig, da uns ein Schild in die Irre schickt. Als Ausgleich bekommen wir spektakuläre Ausblicke auf die neue Autobahnbrücke. Cudillero liegt ähnlich wie Luarca in einer tiefen Schlucht. Diese ist aber kleiner und kein Flusstal, wie in Luarca. Auch hier sind die Häuser wie in einem Amphittheater dicht an dicht um den Marktplatz herum angeordnet. Der Hafen ist nach außen in die See gebaut und durch eine enorme Betonmole geschützt. Das Nebelhorn des Leuchtturms tutet unablässlich: lang – kurz – kurz. Wir finden ein Hotel in der Innenstadt. Unser Auto müssen wir jedoch außerhalb der Stadt am Hafen parken. Für PKW ist hier kein Platz. Die Stadt bereitet sich auf ein mehrtägiges Musikfestival vor, das morgen abend starten soll und außerdem spielt Spanien gerade bei der WM gegen Chile. Es ist also viel los in der Stadt.
….oder wo man mit dem Segelboot nicht so schnell hinkommt