Kategoriearchiv: Paris 2026

Erst einmal das Quartier erkunden

Kann jemand ein Paar Bronzehirsche gebrauchen?
Kann jemand ein Paar Bronzehirsche gebrauchen?

Nach alter Sitte erkunden wir heute erst einmal zu Fuß unsere Umgebung. Das letzte Mal waren wir 2012 in Paris. Eines ist auf jeden Fall klar: die Fahrräder und die Fahrradwege haben deutlich an Bedeutung gewonnen.

Das wollen wir nicht unerwähnt lassen: An der Église Saint Merri zelten ungefähr ein Dutzend Obdachlose. Das ist nur einer von vielen Zeltplätzen, aber hier ist die schiere Masse an Zelten sehr auffällig.
Das wollen wir nicht unerwähnt lassen: An der Église Saint Merri zelten ungefähr ein Dutzend Obdachlose. Das ist nur einer von vielen Zeltplätzen, aber hier ist die schiere Masse an Zelten sehr auffällig.
Mit der Wiedereröffnung des Centre Pompidou ist wohl erst 2030 zu rechnen - schade!
Mit der Wiedereröffnung des Centre Pompidou ist wohl erst 2030 zu rechnen – schade!

Das Centre Pompidou ist derzeit wegen Renovierung geschlossen, sonst waren hier immer interessante Ausstellungen. Aus den Plakaten an den Absperrungen wird nicht klar, wann es wieder öffnet und was dann hier einzieht. Wir gehen weiter in Richtung Seine. Der Platz vor dem Hôtel de Ville ist nun kräftig bepflanzt. Früher war dies eine Pflasterfläche. Dadurch ist es hier nicht mehr so unangenehm heiß und die Luft durch den Verkehr nicht mehr so stickig.

Über eine Brücke gelangen wir zur Île de Cité mit der Kirche Notre Dame. Bei dieser hat ein Brand in 2019 große Schäden hinterlassen. In einer beeindruckenden Wiederaufbauleistung wurde das Bauwerk bis 2024 zu den Olympischen Spielen wieder hergestellt und dabei auch gleich innen und außen gereinigt und restauriert. Mittlerweile ist die Kirche wieder geöffnet, aber um sie herum gibt es immer noch viele Baustellen und Gerüste. Man hat den Drive des Wiederaufbaus gleich für eine umfassende Renovierung genutzt. Das wollen wir uns in den nächsten Tagen in Ruhe genauer anschauen.

Nachdem wir die Notre Dame einmal umrundet haben, schlagen wir uns zu einer kleinen Stärkung in die Seitenstraßen des Quartier Latin und finden ein wunderbar relaxtes Bistro, das keine Touristenfalle ist. Danach besuchen wir den Buchladen Shakespeare&Co. Als wir das letzte Mal da waren, wurde er noch von George Whitman geführt. Er saß damals auf dem Sofa, bat uns einzutreten und uns umzuschauen, während er in seinem Buch weiter las. Die Buchhandlung wird nun von seiner Tochter geführt und hat sich zu einem pulsierenden Laden entwickelt, der sogar ein Online-Geschäft hat. Der Andrang ist so groß, dass ein Sicherheitsmensch am Eingang den Zutritt regelt, damit das Gedränge im Laden nicht zu groß wird.

In den Tuilerien
In den Tuilerien

Wir bummeln weiter am linken Ufer der Seine bis zur Brücke zu den Jardin des Tuileriers entlang und wechseln die Uferseite in den Park. Klaus hat noch die Verleiher von selbst segelnden Modellen in Erinnerung, aber diese sind hier nicht zu sehen. Vielleicht war es auch damals der Jardin du Luxembourg. Über dem zentralen Bassin schwebt als Überbleibsel von den Olympischen Spielen 2024 noch ein Ballon mit dem „Feuer“, das ohne Gas auskommt, sondern nur mit Wasserdampf und Licht erzeugt wird.

Die Sichtachse vom Louvre zum Arc de Triomphe führt zum Place de la Concorde. Wir können uns noch gut an den chaotischen Kreisverkehr mit 8 Spuren erinnern. Heute gibt es diesen nicht mehr. Der Verkehr wird jetzt 6 spurig westlich vorbeigeführt und zwei Spuren gehören nun dem Fahrradverkehr. Paris fährt auch hier Fahrrad! Allerdings sind die Bauarbeiten noch nicht abgeschlossen. Es gibt noch einen großen Bauzaun um die Säule herum.

Die Kastanien auf den Champs Elysées sind schon sehr braun.
Die Kastanien auf den Champs Elysées sind schon sehr braun.

Nun schlendern wir die Champs-Elysées hinauf zum Arc de Triomphe auf dem Place d’Etoile. Die Geschäfte sind hier immer noch sehr edel und der FNAC, der hier einmal an einer Ecke war und in dem Klaus in der CD-Abteilung verschwunden war, gibt es hier nicht mehr. Die Preise der Cafés probieren wir lieber nicht aus, aber der Galerie Lafayette statten wir noch einen Besuch ab.

Mit der RER Ligne A fahren wir zurück zu Les Halles. Das Einkaufszentrum Les Halles macht auf uns diesmal einen aufgeräumteren Eindruch als beim letzten Mal. Es ist sauber und die Räume haben kaum Leerstand. Vermutlich gibt ein neues Center Management. In der Stadt hatten wir auf Plakaten Hinweise auf ein Gospelkonzert am nächsten Samstag gesehen und im FNAC soll man dafür Karten bekommen können. Im Les Halles finden wir einen FNAC, wo man Eintrittskarten kaufen kann.

Les Halles
Les Halles

Als wir zurück in unserer Wohnung ankommen, sind unsere Füße platt. Nach einer ordentlichen Pause gehen wir in unser bereits bekanntes Bistro um die Ecke. Hier bekommt man auch eine schöne Käseplatte zum Teilen für zwei Personen.

Reisetag nach Paris

Heute verlassen wir Brest. Die Taschen und Rucksäcke sind bereits gepackt und müssen nur noch zum Bahnhof. Das ist bei den steilen Straßen und Treppen von Brest gar nicht so einfach. Morgens machen wir im Apartment klar Schiff und dann geht es mit dem Gepäck zum Bahnhof. -uff!!-

Erinnerung an Elie Wiesel im Park um die Ecke. Elie Wiesel war ein Überlebender des Holocaust und Friedensnobelpreisträger. Er hat eine Zeitlang in Paris gelebt.
Erinnerung an Elie Wiesel im Park um die Ecke. Elie Wiesel war ein Überlebender des Holocaust und Friedensnobelpreisträger. Er hat eine Zeitlang in Paris gelebt.

Der TGV fährt durch Frankreich nach Paris-Montparnasse. Da in den TGVs eine Reservierungspflicht besteht, ist der Zug zwar gut gefüllt, aber nicht überfüllt und jeder bekommt einen Sitzplatz. Man kann der Landschaft die Dürre der letzte Monate ansehen. Vom Gare Montparnasse geht es mit der Metro-Linie M4 Richtung Norden. Im  Bahnhof ist mit dem Gepäck und den Rolltreppen noch alles ok, aber in der Metro gibt es endlose Gänge mit Treppen hoch und wieder runter. Auch das Umsteigen in die M3 erweist sich als Fehler. Wir müssen noch mehr Treppen bewältigen und uns geht die Frage für den nächsten Teil der Reise in einer knappen Woche durch den Kopf, fährt eigentlich auch ein Bus zum Gare de l’Est?

Beu unserem ersten Erkundungsgang bleiben wir in der Rue du Temple vor der Eglise Sainte Eilsabeth stehen. Sie ist unter anderem die Kirche der katholischen Chinesen, die nach dem 1. Weltkrieg nach Paris kamen, aber nicht nur...
Beu unserem ersten Erkundungsgang bleiben wir in der Rue du Temple vor der Eglise Sainte Eilsabeth stehen. Sie ist unter anderem die Kirche der katholischen Chinesen, die nach dem 1. Weltkrieg nach Paris kamen, aber nicht nur…

Unser Apartment befindet sich in der Rue au Maire in der Nähe des Place de la République. Bei der Ankunft sehen wir, dass es sich bei diesem Viertel um das Pariser Chinatown handelt, was uns gut gefällt. Direkt nebenan gibt es jede Menge chinesische Läden, Street Food und Restaurants. Ins Gebäude zu kommen erweist sich als etwas kompliziert. Glücklicherweise und unerwartet gibt es direkt hinter der ersten Eingangstür ein WC, womit alles weitere entspannter vonstatten geht. Zu guter Letzt haben wir auch die zweite Eingangssperre passiert und dürfen mit unserem Gepäck ohne Fahrstuhl in den 4. Stock steigen. Wer sagt denn, dass Urlaub kein Sport ist.

In der Eglise Sainte Elisabeth begeistern uns auch die sehr realistischen Glasfenster. Die Kirche wurde zu Beginn des 17. Jahrhunderts als Kirche eines Franziskannerinnenklosters gegründet. Seit 1938 ist sie Kirche des Malteserordens dessen Flagge in der Kirche hängt.
In der Eglise Sainte Elisabeth begeistern uns auch die sehr realistischen Glasfenster. Die Kirche wurde zu Beginn des 17. Jahrhunderts als Kirche eines Franziskannerinnenklosters gegründet. Seit 1938 ist sie Kirche des Malteserordens dessen Flagge in der Kirche hängt.

Wir richten uns oben ein und machen erst einmal eine Pause. Danach checken wir, was wir zum Frühstück und für Snacks am Abend brauchen. An der nächsten Straßenecke ist ein Bio-Markt und gegenüber ein China-Laden. Die Versorgung ist gesichert und wir bringen alles nach oben.

Während der französischen Revolution wurde die Eglise Sainte Elisabeth geschlossen. Gleich nebenan im Tour du Temple wurde die königliche Familie inhaftiert. Dieses Gemälde in der Kirche zeigt, wie sich Louis XVI vor seiner Hinrichtung von seiner Familie verabschiedet.
Während der französischen Revolution wurde die Eglise Sainte Elisabeth geschlossen. Gleich nebenan im Tour du Temple wurde die königliche Familie inhaftiert. Dieses Gemälde in der Kirche zeigt, wie sich Louis XVI vor seiner Hinrichtung von seiner Familie verabschiedet.

Der erste Erkundungsgang in unserem Viertel zeigt etliche China-Läden, dann Taschen, dann Schmuck, dazwischen Vintagekleidung, früher hieß das einmal Second Hand. Zum Abendessen gehen wir gleich unkompliziert in den chinesischen Dumplingladen schräg gegenüber, aus dem uns eine Frau beim Herstellen der Dumplings fröhlich und auffordernd anlächelt. Sie sind exzellent und nicht teuer!!

Place de la République
Place de la République

Uns zieht es danach zu einem Spaziergang zum Kanal St. Martin. Hier steppt am Abend der Bär und uns fällt bereits auf, Paris fährt seit unserem letzten Besuch vor etlichen Jahren heute Fahrrad. Nach einer mittelgroßen Runde landen wir zu einem kühlen Getränk in einem Bistrot um die Ecke, von wo man gut Leute gucken kann.